Was ist Resonance genau?
Resonance ist das vierte Album von Acid Arab, dem Pariser Kollektiv, das seit über zehn Jahren Acid, House und Techno mit der Musik der arabischen Welt verschneidet. Es erschien am 19. Juni 2026 beim französischen Label All Night Long, auf Vinyl und digital, und umfasst 16 Tracks. Wo ein schwächeres Projekt darin nur eine exotische Postkarte sähe, bauen die Gründer Guido Minisky und Hervé Carvalho die Platte um echte Stimmen und Musiker herum und lassen dann die 303 und die Drumcomputer antworten. Die Acid-Linien winden sich um Raï, Chaâbi und levantinische Melodien, die Kick bleibt auf dem Viervierteltakt, und die Stimmen tragen den Raum woandershin.
Wer sind die Stimmen auf der Platte?
Die Gästeliste ist das Album. Der algerische Raï-Veteran Sofiane Saidi kehrt zurück, an der Seite der libanesischen Sängerin Yasmine Hamdan, des Damaszener Electro-Chaâbi-Künstlers Wael Alkak, der marokkanischen Vokalistin Ghita Lahmamassi, der Algerierin Cheba Ibtissem, der Syrerin Zeina Aftimos, des Türken Cem Yildiz und der spanischen Sängerin und Schauspielerin Najwa Nimri. Die ersten Tracks waren 'Yasmine Alsham' mit Wael Alkak und 'Goulou Marhaba' mit Ghita Lahmamassi und Sofiane Saidi, während 'Ma7boubi' mit Zeina Aftimos als Fokustrack gesetzt wurde. Jeder Track ist ein Duett zwischen einer Maschine und einer menschlichen Stimme, und fast immer gibt die Maschine zuerst nach.
Warum hat ein französisches Kollektiv, das arabische Musik spielt, immer noch Sinn?
Acid Arab hören die Aneignungsfrage seit zehn Jahren, und sie beantworten sie, indem sie das Mikrofon weiterreichen. Minisky und Carvalho sind DJs, keine Frontmänner, und Resonance hält sie meist im Hintergrund, während die Gäste auf Arabisch, Türkisch und Spanisch singen. Das Duo versteht das Projekt als Dialog, nicht als Kostüm.
Musik zu teilen und Kulturen zu teilen heißt, Liebe und gegenseitigen Respekt zu teilen.
Leicht gesagt, ungleich schwerer über 16 Tracks und ein Dutzend Mitwirkende durchzuhalten. Resonance gelingt es meistens, weil die Credits, die Bühnenzeit und das Songwriting an jene gehen, deren Traditionen die Platte sich leiht.



