Was ist Cycles Music, und warum jetzt?

Alexander Kowalski hat mehr als ein Vierteljahrhundert lang auf fremden Labels veröffentlicht. Kanzleramt Records brachte sein Solodebüt Live im Jahr 2000 heraus, eine Platte, gebaut für seine eigenen Sets, die zu einem Grundstein seines Katalogs wurde. 2026 macht er etwas, das er nie zuvor getan hat: selbst ein Label führen. Cycles Music startete am 3. Juli mit der Katalognummer CYC001 und einem erklärten Terrain rund um drei Begriffe: Wiederholung, strukturelle Transformation, Erinnerung.

Das ist keine beliebige Marketingfloskel. Es beschreibt buchstäblich, wie Kowalski einen Track baut.

Wie antwortet Live 2 auf Live?

Die zwei Tracks der EP, „Live 2.1" und „Live 2.2", entstanden nicht im Studio. Kowalski baute sie auf seinem eigenen Hardware-Setup, testete sie auf Festivalbühnen und Club-Soundsystemen und ging dann zurück ins Studio, um sie fertigzustellen, derselbe Prozess, der 26 Jahre zuvor das Original Live hervorbrachte. Es ist weniger eine Fortsetzung als dieselbe Methode, wiederholt mit zwei Jahrzehnten mehr Erfahrung an der Ausrüstung.

Live 2 erscheint digital, als 12-Zoll-Vinyl und als auf fünf Exemplare limitiertes Testpressing, vertrieben über Labelworx, Matter Of Fact und Bandcamp, ein breiter und bewusst unspektakulärer Start für die erste Veröffentlichung eines Labels.

Was bedeutet "Cycles" für die Musik?

Kowalski baut das Label nicht um eine nostalgische Schleife herum auf. Das erklärte Terrain von Cycles Music ist Musik, die sich durch Wiederholung und Variation bewegt, ohne sich sauber in etwas Neues aufzulösen, Tracks, die eine Struktur halten und sie dann leise verformen. Das ist dieselbe Logik, die seine Sets seit jeher auf Hardware und Live-Improvisation statt auf eine feste Setlist aufbaut. Ein Label an diesem Punkt einer Karriere zu gründen, bedeutet meist, dass ein Künstler die Kontrolle über Tempo und Katalog will, nicht nur einen weiteren Vertriebsdeal.