Laut dem offiziellen Sicherheitshinweis, den AlphaTheta selbst am 8. August 2026 auf rekordbox.com veröffentlicht hat, hat das Unternehmen ein Loch in PRO DJ LINK gefunden, dem lokalen Netzwerkprotokoll, das leise hinter fast jeder professionellen Booth der Welt läuft.

Was genau hat AlphaTheta offengelegt?

PRO DJ LINK ist die Schicht, die mehreren CDJ- und XDJ-Geräten, einem Mixer und einem Laptop mit rekordbox erlaubt, während eines Sets über ein gemeinsames lokales Netzwerk zu kommunizieren: Track-Metadaten, Tempo, Wellenformen, Cue-Punkte, alles, was einen sauberen Wechsel zwischen zwei Playern möglich macht, ohne je zweimal ein Kabel anzufassen. AlphaThetas Hinweis besagt, man habe eine Schwachstelle identifiziert, die diese Funktion in rekordbox und in bestimmten CDJ/XDJ-Modellen betrifft. Das Unternehmen veröffentlicht bewusst nicht, wie die Lücke funktioniert, damit niemand sie vor einem verfügbaren Fix als Anleitung nutzen kann.

Warum sollte ein aktiver DJ ein geteiltes Netzwerk kümmern?

Hier kommt der Teil, der in der Booth aufhorchen lassen sollte: AlphaTheta sagt, ein unbefugter Dritter mit Zugriff auf ein PRO-DJ-LINK-Netzwerk könnte Daten auf einem angeschlossenen Windows-PC oder Mac einsehen, oder auf einer USB- oder SD-Karte in einem verbundenen CDJ oder XDJ. Eine Club- oder Festival-Booth ist genau die Art von geteiltem, halboffenem Netzwerk, die hier beschrieben wird: Sets, die sich aneinanderreihen, Gäste-Laptops, die für einen Warm-up angeschlossen werden, ein Rider voller unbekannter Geräte am selben Switch gegen Ende der Nacht. Nichts davon fühlte sich bisher wie eine Angriffsfläche an. Es ist das erste Mal, dass AlphaTheta das schriftlich sagt.

Was sollte man jetzt sofort tun?

AlphaTheta hat bislang keinen einzigen Fall eines tatsächlichen Schadens bestätigt und hält die technischen Details absichtlich zurück, es kursiert also aktuell kein Proof of Concept. Was das Unternehmen DJs aber gegeben hat, ist eine Lösung: rekordbox, sowohl Ver. 7 als auch Ver. 6, auf dem Desktop und in den iOS/Android-Apps, auf die neueste Version aktualisieren. Das ist das gesamte verfügbare Mittel, bis AlphaTheta mehr veröffentlicht, und es kostet nichts, es vor dem nächsten Gig zu erledigen.

Warum das wichtig ist

Für DJs auf Tour und für Clubs ist das eine Erinnerung daran, dass ein Booth-Netzwerk von Natur aus ein geteilter Raum ist: dasselbe Protokoll, das reibungslose Übergänge ermöglicht, setzt auch alle kurzzeitig ins selbe lokale Netzwerk wie Fremde. Ein aktualisiertes rekordbox ist die einzige verfügbare Abhilfe, bis AlphaTheta mehr veröffentlicht.

Was wir denken

Man muss AlphaTheta zugutehalten: Das Unternehmen hat sich für eine klare öffentliche Offenlegung statt Schweigen entschieden, und die vage Formulierung ist gängige Sicherheitspraxis, keine Ausflucht, man gibt Angreifern keine Landkarte, bevor die Tür repariert ist. Trotzdem würden wir uns wünschen, dass Clubs ein rekordbox-Update genauso behandeln wie schon jetzt die CDJ-Firmware vor einem großen Wochenende: Routine, keine Option, beim Soundcheck geprüft.