Das Koenigliche Museum der Schoenen Kuenste in Antwerpen hat in ueber hundert Jahren schon einiges erlebt, aber noch nie eine Rave. Am 5. September aenderte Amelie Lens das: 14.000 Menschen fuellten den Leopold de Waelplaats, den Platz vor dem Museum, fuer ein dreistuendiges Open-Air-Set zur Veroeffentlichung ihres Debutalbums AURA.
Was steckt wirklich in AURA?
AURA umfasst elf Titel, in Eigenregie auf ihrem Label EXHALE veroeffentlicht, digital und als blau-weisse Doppel-LP im Gatefold, konzipiert als Sammlerstueck. Das Album beginnt mit einem ruhigen Ambient-Intro, bevor es in die Lead-Single "our frequency" uebergeht, und bewegt sich danach zwischen Peak-Time-Techno, Acid-Experimenten und langsameren, atmosphaerischen Passagen, mit Tempi bis zu 150bpm. Der einzige Gastauftritt auf dem gesamten Album gehoert ihrer Landsfrau Angele, auf dem Track "run".
Amelie Lens hat offen darueber gesprochen, dass AURA waehrend ihrer Schwangerschaft und eines sehr persoenlichen Lebensabschnitts entstanden ist, weniger als geradliniges Clubalbum gedacht, sondern eher als ein vollstaendiger emotionaler Bogen, vom Ambient-Opener bis zu den haerteren Tracks und wieder zurueck.
Warum ein Debutalbum auf den Stufen des Museums ihrer Heimatstadt vorstellen?
Statt eines Clubs oder eines Festivalslots entschied sich Amelie Lens, die komplette AURA-Liveshow open air vor dem KMSKA vorzustellen, im Rahmen der Reihe Chaos in the City, die gemeinsam mit der Stadt Antwerpen veranstaltet wird. Es war die bislang groesste Veranstaltung, die dieser Platz je erlebt hat: 14.000 Menschen auf einem Platz, der eigentlich fuer Museumseroeffnungen gedacht ist, nicht fuer ein dreistuendiges Techno-Set bis tief in den Abend.
"14.000 Menschen, die wie eine Einheit vor dem Museum tanzten, das haetten wir uns nie erdraeumen koennen."
Ein zweiter Chaos-in-the-City-Termin ist fuer den 26. September in Bruessel angesetzt, mit HAAi als Headlinerin. Fuer Amelie Lens, die belgische Techno-Kuenstlerin, die seit einem Jahrzehnt in Locations wie Awakenings oder auf der Core Stage von Tomorrowland auftritt, hatte es klar eine besondere Bedeutung, das Livedebuet von AURA in der eigenen Stadt zu geben, auf einem Platz, der so etwas noch nie gesehen hatte.



