Warum zählt ein drittes RA-Cover in einem einzigen Sommer?
Resident Advisor vergibt seine Cover nicht leichtfertig. Das Porträt über Arca, «Arca: Diva, Interrupted», verfasst von Rachel Grace Almeida und veröffentlicht am 8. September, ist laut Resident Advisor selbst das dritte große Sommer-Cover 2026 des Magazins, eine Behandlung, die normalerweise Künstlerinnen vorbehalten ist, die aus Sicht von RA gerade die Richtung der Kultur mitbestimmen. Dass RA eines seiner drei Sommer-Cover einer Künstlerin widmet, die kaum je ein klassisches Club-Set spielt, sagt ebenso viel über die redaktionelle Linie des Magazins wie über Arca selbst.
Was treibt die Geschichte wirklich an?
Laut Resident Advisor verfolgt der Text Arcas kreative Richtung seit dem Erscheinen von XXXXX, ihrem neunten Album, am 31. Juli bei XL Recordings. RA nennt sie «eine der schärfsten Produzentinnen der experimentellen Musik», ein Zugang, der weniger eine klassische Albumkritik ist als eine Standortbestimmung zu einer Künstlerin, deren Weg von Xen 2014 bis zur KiCk-Trilogie immer wieder neu definiert hat, was noch als «elektronische Musik» durchgeht: Reggaeton-Grundgerüste, Ballroom-Beats, Noise und Oper, alles im selben Takt.
«Eine der schärfsten Produzentinnen der experimentellen Musik.» - Resident Advisor, «Arca: Diva, Interrupted»
Wo lässt das ihre Beziehung zum Dancefloor?
Genau diese Spannung lässt RAs Rahmung offen. Arca war nie im engen Sinn eine Club-Künstlerin. Ihren Namen machte sie sich als Produzentin für Björk, für Kanye Wests Yeezus und für FKA twigs, und ihre Live-Auftritte neigen ebenso zu Performance und stimmlicher Extremität wie zu rhythmischer Programmierung. Trotzdem tritt sie weiterhin beim Sónar auf und taucht auf den Seiten von RA auf, in der Umlaufbahn von House und Techno, ohne je ganz zu einem der beiden zu gehören. XXXXX löst diese Spannung, nach RAs eigener Darstellung zu urteilen, nicht auf, sondern richtet sich darin ein, was vermutlich erklärt, warum ein Magazin, das um Clubmusik herum aufgebaut ist, ihr dreitausend Wörter widmet statt einer bloßen Track-Premiere.



