Warum kehrte sie dem Label-Weg den Rücken?
Asna hatte Optionen. Die Produzentin aus Abidjan, die heute zwischen der Côte d'Ivoire und Paris pendelt, hat einen Lebenslauf, um den sie die meisten aufstrebenden Künstler beneiden würden: ein Boiler Room beim Atlas Electronic, Afropunk, Glastonbury, das ADE, eine Radioshow auf Oroko. Als sie Bring Back Rave In Town am 15. Mai 2026 also ganz allein herausbrachte, war das eine Entscheidung, kein Notnagel. Ihr Grund, so wie sie ihn schilderte, als Beatportal sie im Juni hervorhob, ist unverblümt: Sie hatte mit Labels zu tun, die afrikanische Künstler nicht verstanden und nicht richtig wertschätzten, und beschloss, das Projekt unabhängig aufzubauen, statt es Leuten zu überlassen, die in ihr nur einen Trend sahen.
Wie klingt Bring Back Rave In Town wirklich?
Hier wird afrikanische Perkussion nicht zur Farbe über einen fertigen Techno-Track gestreut. Auf den Platten von Asna ist der westafrikanische Rhythmus der Motor; die Elektronik reitet auf ihm mit. Djeka legt einen rohen perkussiven Puls fest; Co Energy mit 4mula Energy stützt sich auf eine wuchtige Bassline; Not Your Friend mit KOORAS OF und Cordao mit IDLIBRA runden die EP ab. Sie beschreibt das ganze Projekt als ein Wiederverbinden roher afrikanischer Rhythmen mit der Essenz der Rave-Kultur, das festhält, was sie den ahnenhaften Groove nennt, und dabei alles nutzt, was elektronische Produktion erlaubt.
Der Rhythmus ist keine Verzierung über dem Techno. Er ist das, worauf der Techno gebaut ist.
Warum ist das für die Szene des globalen Südens wichtig?
Weil die Klage dahinter eine ist, über die die Szene ständig streitet: Westliche Labels borgen sich bereitwillig Afro-Sounds und Afro-Energie und unterschätzen dann die afrikanischen Künstler, die sie tatsächlich erschaffen. Wenn eine Künstlerin mit Asnas Reichweite das laut ausspricht und es untermauert, indem sie ihre eigenen Master behält, ist das ein kleiner Hebel in einem System, das andersherum gebaut ist. Selbst zu veröffentlichen ist schwerer und einsamer, aber es bedeutet, dass die Platte und alles, was sie einbringt, ihr gehört.



