Warum war Aurora Halal sieben Jahre lang still?

Aurora Halal hat seit Liquiddity, 2019, keine Platte mehr unter eigenem Namen veröffentlicht. In der Zwischenzeit hat sie Mutual Dreaming Recordings geführt, das Label, das sie selbst gegründet hat, dazu die Partyreihe Mutual Dreaming und das Sustain-Release-Festival, die sie von Brooklyn und dem Norden des Bundesstaats New York aus steuert. Red Alert beendet diese Solopause: fünf Tracks hypnotischer, physischer Techno, laut Label gebaut für "kosmische Dancefloors".

Was steckt wirklich in Red Alert?

Die Platte eröffnet mit dem Titeltrack (5:53), den das Label selbst als Mix aus "klaren Science-Fiction-Melodien" und "schlängelnden Drums" beschreibt. "The Spell" (8:24) drosselt das Tempo zu "einem tieferen, langsameren, trägeren Groove", umhüllt von einer "intergalaktischen Melodie". "Airtrain To Jamaica Station" (6:11) verwebt "flüssige, lineare Deep-Techno-Grooves mit einer psychedelischen Synth-Fläche", eine klare Anspielung auf die New Yorker U-Bahn-Linie, nach der der Track benannt ist. "Mist" und "PF Tek" schließen die Platte, indem sie "angespannte Stimmungen" in "ruhelose Grooves" überführen.

"Klare Science-Fiction-Melodien, von schlängelnden Drums nach vorne getrieben."

Warum zählt hier ein wiederbelebtes Label?

Red Alert ist nicht nur das Solo-Comeback von Aurora Halal, es ist auch die erste Veröffentlichung von Mutual Dreaming seit etwa sechs Jahren. Das Label hat sich seinen Namen mit Halals eigenen Produktionen und mit Künstlern aus dem Umfeld von Sustain-Release und den Mutual-Dreaming-Partys aufgebaut. Die Presse wieder anzuwerfen heißt also neue Ohren für diese ganze Ecke des New Yorker Techno, nicht nur für ein einzelnes Comeback. Die 12-Zoll-Vinylpressung war schon in der Vorbestellung ausverkauft, bevor der digitale Release überhaupt da war, ein klares Zeichen, dass die Sammlerszene das nicht vergessen hatte.