Was sagten die DJs bei ihrer Absage?
Am 22. Juli kündigten die Tech-House- und Indie-Dance-DJs Punching Polly und Sophie Cut an, ihre Sets beim Bachblyten Festival abzusagen, einem Techno-, Tech-House-, Indie-Dance-, Psy-Techno-, Goa- und Drum'n'Bass-Festival mit vier Bühnen auf dem Flugplatz Schwesing bei Husum in Schleswig-Holstein, das vom 24. bis 26. Juli stattfinden sollte. Laut Groove Magazin verwiesen die beiden auf „schwerwiegende Vorwürfe gegen eine leitende Person aus dem Orga-Team" des Festivals und beendeten ihre Nachricht mit einer klaren Warnung: „Passt auf euch auf". Weitere Details nannten sie nicht und verwiesen Interessierte an das Festival selbst.
Warum sprach das Festival zunächst von „Gerüchten"?
Die erste öffentliche Antwort von Bachblyten, veröffentlicht noch am selben Tag, ging auf Distanz zu den Vorwürfen. Die Organisatoren erklärten, sie hätten von „verschiedenen Seiten" Gerüchte gehört, aber trotz Nachfragen keine „konkreten Informationen oder einen nachvollziehbaren Kontext" erhalten, und bezeichneten die Vorwürfe in einem Kommentar unter den Statements der beiden DJs sogar als „falsch", so Groove Magazin und FAZE Magazine. Diese Haltung löste genau die Reaktion aus, die von einer Szene zu erwarten war, die seit Jahren fordert, dass Festivals Meldungen dieser Art ernst nehmen: Zahlreiche Kommentare warfen Bachblyten vor, die beschuldigte Person statt der Betroffenen zu schützen.
Die Position hielt nicht. Innerhalb eines Tages sagten sechs weitere Acts ab: Sabura, Fab Massimo, Mauricemino, DJ Nasendusche, Roman Adam und skkinvelvet, macht laut FAZE Magazine insgesamt acht Absagen.
Was hat sich geändert, und wie geht es weiter?
Am 23. Juli, einen Tag vor Festivalbeginn, ruderte Bachblyten zurück. In einem neuen Statement kündigten die Organisatoren an, „alle Personen, die mit den erhobenen Vorwürfen in Verbindung stehen, einschließlich einer Person in leitender Position", mit sofortiger Wirkung von allen Aufgaben zu entbinden und von einer weiteren Teilnahme am Festival auszuschließen, so Groove Magazin. Sie bezeichneten die Situation als „sehr ernst" und kündigten eine „umfassende Aufarbeitung" mit externer professioneller Unterstützung nach der Veranstaltung an.
„Wir nehmen die Situation sehr ernst."
Das Festival öffnete wie geplant am 24. Juli auf dem Flugplatz Schwesing, doch der Skandal überschattete den Start des Wochenendes, wie die Regionalzeitung shz.de berichtete. Wer die betroffene Person aus der Leitung ist, hat Bachblyten nicht öffentlich gemacht, auch keines der berichtenden Medien nennt einen Namen. Offen bleibt, was die angekündigte Aufarbeitung ergibt und ob das Festival die Ergebnisse veröffentlicht.



