Bake spielte am 4. Juli im Ormside Projects für Expert Death, dann ging es am nächsten Morgen zum Bahnhof Euston, um nach Glasgow zurückzukommen. Irgendwo in diesem Bahnhof stahl ihm jemand den Rucksack. Darin: sein Laptop, seine Festplatten, seine Medikamente, sein Geldbeutel, seine Ohrstöpsel, sein Kopfhörer. Er hat es der Polizei gemeldet, aber ein gestohlener Rucksack kommt nicht immer so zurück, wie es manchmal bei einem gestohlenen Handy passiert.

Was wirklich unersetzlich ist, ist nicht die Hardware. Es ist das, was darauf war. „Ich habe den Großteil meiner aktuellen Musiksammlung verloren, das bringt mich um“, schrieb Bake. „Ich weiß nicht, wie ich mich davon erholen soll.“

Warum trägt ein DJ noch Musik mit sich, die für immer verschwinden kann?

Streaming und Cloud-Backups haben viel kreative Arbeit nach Diebstahl oder Katastrophen wiederherstellbar gemacht. Beim DJing hat sich das noch nicht vollständig durchgesetzt. Arbeitssets, Edits, Promos, unveröffentlichte Kollaborationen und Jahre des Diggings leben für eine riesige Zahl tourender DJs noch immer auf physischen Festplatten, weil die Kultur schon immer so funktioniert hat und weil ein Großteil dieses Materials nie dafür gedacht war, irgendwo öffentlich zu existieren. Eine gestohlene Laptoptasche ist nicht nur ärgerlich. Für jemanden, dessen gesamtes kreatives Archiv darin steckt, kommt es einem Hausbrand nahe.

Bake ist nicht der Erste, dem das in den letzten Jahren in einer Londoner Location passiert. Im Mai 2025 wurde dem Londoner Duo The Menendez Brothers mitten im Set direkt vor dem DJ-Pult im fabric, einem der am stärksten überwachten Clubs der Stadt, eine Tasche gestohlen. Darin waren Jahre gesammelter Musik und unveröffentlichtes Material, an dem sie gerade arbeiteten. Sie veröffentlichten das Video des Diebstahls und baten öffentlich um Rückgabe. Es ist dieselbe Geschichte mit einer anderen Postleitzahl: Jahre an Arbeit, verschwunden in der Zeit, die man braucht, um an einer Kanzel vorbeizugehen.

Warum hat die Szene das nicht längst gelöst?

Cloud-Backups für DJ-Archive sind weder teuer noch technisch schwierig, und die meisten tourenden DJs wissen das. Das Problem ist nicht fehlendes Bewusstsein, sondern die Straße: Das Tourleben lässt zwischen Nachtzügen, Frühflügen und dem nächsten Gig kaum Raum für diszipliniertes Backup. Promoter und Locations tragen ebenfalls einen Teil der Verantwortung. Ein DJ-Setup, das für die zwei Minuten, die ein Diebstahl braucht, unbeaufsichtigt an der Kanzel steht, ist ein bekanntes Risiko, gerade in genau den vollen, stark frequentierten Räumen, in denen sowohl fabric als auch der Bahnhof Euston liegen.