Wer hat NON NON NON aufgebaut, und warum?
Seit 2018 ist NON NON NON Bangkoks Raum für harten EBM, Industrial und Techno, für Sounds, denen die Mainstream-Floors der Stadt selten Platz einräumten. Mae Happyair, die zuvor die LGBTQ+-Party Go Grrrls leitete, gründete das Kollektiv gemeinsam mit Wanton Witch (Miriam Alegria), einer in Malaysia geborenen trans DJ. Der Name bedeutet absichtlich nichts, Unsinn für alle, die nie eine Szene gefunden hatten, die zu ihnen passte. Die Selectors Ciriya, Lala und Baitong Xystemes wechseln sich seither ab, und die Party hatte nie einen festen Standort, sondern zog durch verschiedene Locations der Stadt.
Was genau hat dieses Mentoring aufgebaut?
Im Juni 2026 startete das Kollektiv Echoes of Plurality, ein einmonatiges Programm, das Bangkoks weibliche und queere DJs direkt mit zwei etablierten europäischen Künstlerinnen zusammenbrachte: Olympe4000, die Pariser DJ und Produzentin hinter dem Label Adrenaline Quality, das sie 2023 gegründet hat, und Sarah Farina, die Berliner Selectorin hinter RainbowBass und Transmission, die zudem Emergent Bass kuratiert, eine Clubreihe rund um afro-diasporische Sounds, und die DJ-Workshops in Ruanda, Uganda und den USA gegeben hat. Das war kein Lineup-Slot oder ein Gast-Booking, sondern strukturiertes Mentoring mit Workshops und künstlerischem Austausch, finanziert und geführt als echtes institutionelles Programm, kein einmaliger Gefallen.
Dass ein Raum, der hartem EBM, Industrial und Techno spielt, und das ohne Belästigung, seine Leute finden würde.
So erklärt Happyair selbst, warum NON NON NON von Anfang an funktioniert hat, und genau diese Logik hat Echoes of Plurality skaliert: erst den Raum bauen, dann gezielt Menschen hineinholen.
Warum steckt Botschaftsgeld hinter einem queeren Techno-Programm?
Die Finanzierung kam vom Goethe-Institut Thailand, der Alliance Française Bangkok, dem Deutsch-Französischen Kulturfonds, der deutschen Botschaft und dem Institut Français, also aus Kulturdiplomatie-Budgets, nicht von einem Festivalsponsor oder einer Booking-Agentur. Genau das unterscheidet Echoes of Plurality vom üblichen Weg in den europäischen Underground, der für die meisten DJs aus Südostasien noch immer über informelle Social-Media-Kontakte und einzelne Gastauftritte läuft. Laut Loopliner ist dies das erste Mentoring-Programm, das die Underground-Szene Südostasiens formell und institutionell mit der europäischen verbindet. Das Programm endete mit einem kostenlosen gemeinsamen Set von Happyair, Olympe4000 und Farina beim Bangkok World Music Day, im Wireless Club im One-Bangkok-Komplex, einer sichtbaren Bühne, die eine Pop-up-Party normalerweise nicht bekommt.



