BASEMENT fährt dieselbe Linie, seit der Club 2019 unter dem Knockdown Center in Maspeth, Queens, eröffnet hat: keine Fotos, keine Videos, keine Handys auf der Tanzfläche. Vergangene Woche hat der Club diese Regel für eine Gerätekategorie aktualisiert, die es beim Schreiben der Hausordnung noch gar nicht gab. Am 27. August verkündete BASEMENT auf Instagram, dass Smart Glasses, Ray-Ban Meta und Ähnliches, auf der Tanzfläche nun tabu sind, egal ob getragen oder nur in der Tasche verstaut. Wer erwischt wird, muss gehen. Wiederholung oder ein schwerwiegender Vorfall bedeuten den dauerhaften Rauswurf.
Was ändert sich konkret?
Die Wortwahl des Clubs ist unmissverständlich: "Unsere No-Photo/No-Video-Regel existiert, um die Privatsphäre, Sicherheit und Freiheit aller auf unserer Tanzfläche zu schützen. Geräte, die diskretes Aufnehmen ermöglichen, sind mit dieser Regel unvereinbar." Das ist keine neue Haltung, sondern die alte, angewandt auf neue Hardware. Was Smart Glasses von einem Handy in der Tasche unterscheidet: Ein Handy muss erst gezückt werden, um zu filmen. Die Brille dagegen bleibt den ganzen Abend im Gesicht, auf den ersten Blick nicht von einem normalen Gestell zu unterscheiden.
Warum reicht es nicht, einfach nach der Leuchtanzeige zu schauen?
Weil diese Anzeige lügt. Ray-Ban Meta und vergleichbare Geräte haben eine kleine LED, die eine laufende Aufnahme signalisieren soll, dieselbe Logik wie der Aufkleber auf der Webcam von früher. Berichte über diese Geräte haben wiederholt gezeigt, dass sich der Indikator abdecken, abdimmen oder ganz deaktivieren lässt, und in einem dunklen Raum voller Stroboskope und Laser war eine winzige LED ohnehin nie ein verlässliches Zeichen. Ein Club, der sein Türpersonal seit sieben Jahren darauf trainiert, ein Handydisplay zu erkennen, muss jetzt eine Brille erkennen, die genau dafür gebaut ist, nach nichts Besonderem auszusehen.
"Geräte, die diskretes Aufnehmen ermöglichen, sind mit dieser Regel unvereinbar."
Lässt sich das Verbot überhaupt durchsetzen?
Ehrlich gesagt nicht flächendeckend, und genau das ist der eigentliche Punkt. BASEMENT kann nach Handys durchsuchen, aber jedem Gast an einem vollen Samstagabend ins Gesicht zu fassen, um ein Meta-Logo am Bügel zu finden, passiert nicht in der Praxis. Die Regel funktioniert weniger als technische Lösung und mehr als klar gezogene Grenze, gestützt von der Drohung eines dauerhaften Hausverbots, die den Einsatz für jeden erhöht, der es trotzdem versucht. Genau dieselbe Strategie fährt das Berghain in Berlin seit zwei Jahrzehnten mit den Aufklebern auf der Kameralinse am Einlass: Es ging nie um perfekte Durchsetzung, sondern darum, die Erwartungen des Clubs unmissverständlich zu machen und die soziale Konsequenz eines Verstoßes real zu machen.
Warum das wichtig ist
Tragbare Kameras stehen davor, in jeder Menschenmenge anzukommen, nicht nur bei BASEMENT. Clubs, Festivals und Locations, die ihren Ruf auf der Idee aufgebaut haben, dass "was auf der Tanzfläche passiert, auf der Tanzfläche bleibt", müssen jetzt Regeln für Hardware schreiben, die die sichtbare Grenze zwischen Aufnehmen und Nicht-Aufnehmen auflöst, und jeder andere Underground-Club steht bald vor demselben Dilemma.
Was wir denken
Respekt an BASEMENT dafür, das Problem offen anzusprechen, statt so zu tun, als gäbe es es nicht. Aber täuschen wir uns nicht: Wer entschlossen genug ist und eine 300-Dollar-Brille trägt, bekommt trotzdem einen Clip, wenn er wirklich will. Was diese Regel wirklich bringt, ist Abschreckung und eine klare Linie, auf die man verweisen kann, wenn jemand erwischt wird, und auf einer Tanzfläche, die auf Vertrauen basiert, ist diese Linie ihr Geld wert, auch wenn sie nicht wasserdicht ist.



