Was genau hat die BBC hinzugefügt?

Das Dance-X-Programm von Radio 1 ist still und leise von einer Ibiza-Nacht auf vier gewachsen. Neben der traditionellen Party im 528 Ibiza hat der Sender nun drei separate Clubnächte in den größten Locations der Insel fest eingeplant, alle am selben Wochenende: Am Freitag, 31. Juli, übernimmt Dom Dolla seine eigene Residency im Hï Ibiza, flankiert von KI/KI, Dean Turnley, Anna Lunoe, Ewan McVicar und Dart, 23:30 bis 6:00 Uhr. Am Samstag, 1. August, geht es weiter im Ushuaïa mit der ANTS-Party, mit Cloonee, Sosa, Julian Fijma, Emma 2000 und Sarah Story von 15:00 bis 23:00 Uhr. Den Abschluss macht Sonntag, 2. August, im UNVRS, wo Carl Cox das Line-up neben Syreeta, TSHA und Nakadia anführt, von 23:30 bis 6:00 Uhr.

Warum aufzeichnen statt live senden?

Hier liegt der Haken: Nichts davon läuft live. Jeder Set, an allen drei Abenden, wird vor Ort aufgezeichnet und erst Wochen später auf Radio 1 ausgestrahlt. Das ist bei Festival- und Club-Berichterstattung durchaus üblich, verändert aber, was diese Nächte eigentlich sind. Es sind keine Radioevents im klassischen Sinn, ein DJ, der für ein Publikum spielt, das in Echtzeit zuhört, sondern Content-Drehs, die das Radio-1-Branding tragen, terminiert auf die Ibiza-Hochsaison und verteilt auf drei der bekanntesten Locations der Insel.

Was sagt das über die Rolle von Radio 1 auf der Insel?

UNVRS bezeichnet sich selbst als "ersten Superclub der Welt", aufgebaut auf Luxus und Produktion im Arena-Format, und ist nicht der einzige, der sich auf den Namen Radio 1 stützt, um eine Nacht zu verkaufen. Die ANTS-Partys im Ushuaïa und die Dom-Dolla-Residency im Hï sind längst etablierte kommerzielle Franchises mit eigenem Ticketverkauf; "Radio 1 Dance X" auf dem Plakat ändert nichts daran, wer die Tickets verkauft, es fügt lediglich den Stempel eines öffentlich-rechtlichen Senders hinzu. Dass ein öffentlich-rechtlicher Sender sein kulturelles Gewicht an einem Wochenende drei Superclub-Bookings leiht, nur für eine zeitversetzte Ausstrahlung, verdient es, beim Namen genannt zu werden: weniger eine Live-Radioresidency, mehr eine Co-Branding-Aktion mit den Locations, die den kommerziellen Ibiza-Betrieb ohnehin schon dominieren.

Live läuft nichts davon. Das ist der eigentliche Punkt.