Multitrack-Recorder, die nie clippen, waren jahrelang eine reine Profi-Investition. Ein Zoom F8n Pro kostet rund 600 Dollar. Sound-Devices-Equipment startet deutlich darüber und klettert über 3000 Dollar. Die Antwort von Behringer, der FLOW 4V, unterbietet das alles mit 299 Dollar (269 Euro) und ist laut Synth Anatomy und Synthtopia ab sofort erhältlich, nach der Vorstellung auf der NAMM im Januar 2026.
Was bekommt man für 269 Euro wirklich?
Zehn Spuren, aufgenommen in echtem 32 Bit Float oder in 24 Bit fest, direkt auf SD-Karte oder USB, mit automatischem Backup auf einen zweiten USB-Stick, damit eine defekte Karte nicht die ganze Aufnahme kostet. Die zweistufige A/D-Wandlung hinter den vier integrierten MIDAS-Mikrofonvorverstärkern treibt den Dynamikumfang auf 138dB, und genau das ist das Versprechen von 32 Bit Float: Man überwacht das Gain eines Live-Signals nicht mehr in Echtzeit, sondern korrigiert es im Nachhinein, weil der Eingang praktisch nicht clippen kann. Ein integrierter 8-Kanal-Mixer bringt EQ, Dynamik und Automix mit, dazu SMPTE-Timecode für die Kamerasynchronisation, Start/Stop-Steuerung über HDMI, Bluetooth-Audio und eine App für iOS und Android. Nichts davon ist als Funktionsumfang neu. Neu ist der Preis, zu dem es das jetzt gibt.
Warum ist StageConnect für eine Club-Kabine relevant?
Der eigentlich interessante Teil für einen Tontechniker ist nicht der Recorder, sondern StageConnect. Behringer hat das Protokoll entwickelt, um bis zu 32 Kanäle unkomprimiertes Digitalaudio über ein einziges Kabel zu schicken, standard XLR (bis 5 Meter) oder DMX-Kabel (bis 40 Meter), mit Latenz unter einer Millisekunde, als Ersatz für ein sonst dickes, schweres Multicore-Kabel zwischen einer Stagebox und einer Kabine oder Mischposition. Für einen Promoter, der einen temporären Aufbau macht, einen mobilen Techniker oder einen Club, der gelegentlich einen Live-Set in Multitrack mitschneiden will, ist das der Unterschied zwischen einem geschleppten Multicore und einem einzigen verlegten Kabel. Behringer verkauft zudem einen FLOW 4VIO-Erweiterer, der über StageConnect vier weitere Vorverstärker-Eingänge hinzufügt, sodass ein einzelner FLOW 4V zu einem 8-Eingangs-System wachsen kann, ohne zusätzliche externe Stromversorgung über die Haupteinheit hinaus.
Für wen ist das Gerät wirklich gedacht?
Nicht für das Front-of-House eines Headliners, jedenfalls noch nicht, das bleibt die Domäne von Sound Devices und Zoom für alle, die ausfallsichere Redundanz auf einer Festivalbühne brauchen. Aber für die Stufe direkt darunter, den Promoter, der ein Back-to-Back-Set für eine kommende Veröffentlichung in Multitrack aufnehmen will, den mobilen DJ, der seine eigenen Gigs endlich sauber mitschneiden will, den kleinen Club oder das Streaming-Setup, das kamerasynchrones Multitrack-Audio ohne Equipment-Miete will, verändert 299 Dollar die Rechnung komplett. Es ist die Art von Preis, die aus einem "wir sollten das eigentlich mal richtig aufnehmen" einen Spontankauf macht.
Das Versprechen von 32 Bit Float war schon immer, das ständige Überwachen des Gain Stagings sein zu lassen. Behringer bringt dieses Argument jetzt zu einem Drittel des üblichen Preises.



