Body Movements hat sich in fünf Jahren zum wichtigsten queeren Dance-Festival Londons entwickelt. Was an der Ausgabe 2026, die am 30. August im Southwark Park stattfindet, auffällt, ist ausgerechnet das, was bisher fehlte: Horse Meat Disco, die Disco-Institution mit Sonntagsresidenz im The Eagle in Vauxhall seit 2004, feiert dort endlich ihr Debüt.

Warum hat es so lange gedauert?

Horse Meat Disco (Luke Howard, Severino Panzetta, James Hillard und Jim Stanton) brauchte nie Festivals, um zu bestehen. Das Kollektiv baute seinen Ruf Abend für Abend auf und wurde so zu einem Fixpunkt der queeren Disco-Szene Londons, dank endloser Touren längst auch darüber hinaus. Sie jetzt zu buchen ist kein Marketing-Coup, sondern Body Movements schließt eine Lücke in der eigenen Genealogie: ein Festival, das aus Londons DIY-Queer-Szene entstanden ist, holt endlich das Kollektiv, das den Sound dieser Szene mitgeprägt hat. House Gospel Choir liefert das andere große Debüt und bringt eine live-vokale Dimension in ein Lineup, das sonst vor allem aus DJs und Produzenten besteht.

Wie sieht das Gelände in diesem Jahr aus?

Fünf Bühnen, jede mit eigener Identität statt einer bloßen Nummer: Mother, The Strap, Snatch, Hot Mess und Glory Hole. Das ist ebenso eine strukturelle wie eine Image-Entscheidung. Indem das Programm auf benannte, thematisierte Räume verteilt wird, kann Body Movements House, Techno, Ballroom, Breaks und experimentellere Clubsounds nebeneinander stellen, ohne alles unter einem generischen «Dance-Zelt»-Label zu verflachen. Die Liste umfasst über 50 Namen, darunter Eris Drew und Octo Octa, Romy, Roza Terenzi, Shanti Celeste, Six Sex, GIDEÖN und Amaliah, sowie die Crews 2CPERREA, Dalston Superstore, DAYTIMERS und Little Gay Brother, die auch Mitbegründer des Festivals sind.

Ein Festival aus Londons DIY-Queer-Szene holt endlich das Kollektiv, das den Sound dieser Szene geprägt hat.

Neben der Musik gibt es Jay Jay Revlons Vogue Masterclass und den queeren Markt Fancy A Mooch, dazu eine offizielle Afterparty im The Cause.

Warum das wichtig ist

Explizit queere Dance-Festivals erreichen selten die Größenordnung von fünf Bühnen und über 50 Acts, ohne ihre Identität zu verwässern oder in einem generischen Pride-Slot aufzugehen. Body Movements macht das Gegenteil: Es benennt seine Bühnen nach Insider-Witzen der queeren Clubkultur, hält Ballroom und Hyperpop auf demselben Bill wie House und Techno und holt jetzt mit Horse Meat Disco einen grundlegenden Namen dazu, statt sich von den eigenen Wurzeln zu entfernen.

Was wir denken

Ein Festival ist nur so glaubwürdig wie die Szene, die es zu vertreten behauptet, und das Fehlen von Horse Meat Disco bei früheren Body-Movements-Ausgaben war genau die Lücke, die auffiel. Sie für 2026 zu holen, zusammen mit House Gospel Choir, wirkt weniger wie ein Lineup-Coup als wie ein Festival, das endlich zum eigenen Anspruch aufschließt.

Wer steckt hinter Body Movements?

Es wurde 2021 von der DJ und Produzentin Saoirse, Clayton Wright (Little Gay Brother) und Promoter Simon Denby gegründet und ist seither stetig gewachsen, bis hin zu diesem eintägigen Event mit fünf Bühnen im Southwark Park.

Spielt Horse Meat Disco noch regelmäßige Clubnächte?

Ja. Das Kollektiv hält seine Residenz jeden Sonntag im The Eagle in Vauxhall, demselben Raum, in dem 2004 alles begann, neben Festivalterminen und internationalen Touren.

Welche Musik erwartet einen auf den fünf Bühnen?

Ein wirklich gemischtes Programm statt eines Genres in Dauerschleife: House, Techno, Ballroom, Breaks und experimentelle Sounds verteilen sich auf Mother, The Strap, Snatch, Hot Mess und Glory Hole.