Warum hat das Album zwölf Jahre gebraucht?

Budakid, der Berliner Produzent Kevin Huising, hat mehr als ein Jahrzehnt lang EP an EP gereiht. Seine Platten erschienen auf Labels, die man in dieser Ecke des House respektiert: Anjunadeep, Exploited, Lost & Found, Last Night On Earth. Das ist eine lange Reihe von Singles und kurzen Releases, jedes eine für sich stehende Idee statt eines größeren Bogens. Ein Debütalbum in dieser Phase ist keine Schnellschuss-Veröffentlichung. Es liest sich wie jemand, der gewartet hat, bis er über eine ganze Platte hinweg etwas zu sagen hatte, und bis er es sagen konnte, ohne dass ein Label das Ergebnis lenkt.

Was ist anders daran, es auf Flores zu machen?

Was dem Ganzen Gewicht gibt, ist der Ort. Dreams Stretched Beyond erscheint auf Flores, dem Label, das Budakid selbst führt, in Zusammenarbeit mit Atomnation. Der Vinylvertrieb läuft über Atomnation und !K7. Auf fremdem Label wird ein erstes Album zurechtgeschliffen, damit es zu einem Roster und einem Haus-Sound passt. Auf dem eigenen liegen die Entscheidungen bei ihm: die Reihenfolge der Stücke, das Tempo im Ganzen, was deep und organisch bleibt und was nicht. Er beschreibt es als sein erstes vollständiges Statement, ganz ohne Kompromiss, und der Aufbau bestätigt das.

Die EPs bewiesen, dass er einen großartigen Track schreiben kann. Auf dem Album sagt er, was für ein Künstler er wirklich ist.

Wie kann man es hören?

Die Platte kam am 3. Juli 2026 als 2LP-Vinyl und in digitaler Form. Die Single Endless ging voraus, als erstes Stück des Bildes. Für eine Musik, die auf Deep, Melodic und Organic House baut, ist das Doppelvinyl das passende Format: Raum, die Platte über vier Seiten atmen zu lassen, statt sie in eine Playlist zu pressen.