Was ist Coven: Headquarters?
Die Schlagzeilen über Großbritanniens Nachtleben waren unerbittlich düster: ein Club schließt etwa alle zwei Tage, in mehr als einem Viertel der Städte gibt es gar keinen mehr. Ein fünfstöckiger Queer-Ort, der mitten in Soho eröffnet, liest sich da fast wie eine Erwiderung. Coven: Headquarters startete am Freitag, dem 19. Juni 2026, an der Old Compton Street 30, der Adresse, die jahrzehntelang die G-A-Y Bar war, bis diese im Oktober 2025 schloss. Es ist der erste neue LGBTQ+-Club, der seit über zehn Jahren auf dieser Straße öffnet, und auf einer Meile, deren queere Geschichte zur Identität der Stadt gehört, ist die Symbolik kaum zu übersehen.
Das Projekt gehört Matthew Jacobs Morgan, der Coven erst im Jahr zuvor als Clubnacht in Hackney Wick begann. Von einer Party im Osten Londons zu fünf Etagen auf der Old Compton Street in rund einem Jahr, das ist für sich schon eine Ansage. Nachts ist der Ort ein Club aus Live-Musik, Cabaret und DJs, mit Themenabenden, die von Afrobeat bis Techno schwingen. Tagsüber kippt er ins Café und in den Gemeinschaftstreffpunkt, Tische und Stühle und ab fünf eine Kartenlegerin, die unglamouröse Infrastruktur, die eine Szene zwischen den Wochenenden am Leben hält.
Warum einen Club eröffnen, wenn alle anderen schließen?
"Viel von der Energie, die früher hier war, war nicht mehr da, sagte Morgan über den Ort. Aber er ist und war immer ein sehr wichtiger Raum für die Community." Darin steckt die ganze These. Die Schließungen, die die Nachrichten beherrschen, drehen sich meist um Miete, Lizenzen und Margen; Coven wettet, dass ein Ort, der ausdrücklich um eine Community herum gebaut und sieben Tage die Woche statt zwei Nächte nützlich ist, Boden halten kann, den ein reiner Club nicht hält. Das Eröffnungswochenende machte den Punkt laut, mit einer Solstice Day Rave am 21. Juni, angeführt von den Londoner Nachtleben-Institutionen Princess Julia und Jeffrey Hinton, neben Jake Reed, Scarba und Norma Night.
Während sich die Karten mit verriegelten Clubs füllen, hat jemand gerade fünf Etagen eines solchen auf der geschichtsträchtigsten queeren Straße Londons eröffnet.
Kehrt eine Eröffnung den Trend um?
Kein einzelner Ort kehrt eine landesweite Schrumpfung um, und eine Sperrstunde um ein Uhr erinnert an die Zwänge, unter denen heute jeder Londoner Betreiber arbeitet. Aber Coven zählt mehr als Modell denn als Datenpunkt. Ein Ort, der sich tagsüber als Café und Gemeinschaftstreffpunkt trägt und nach Einbruch der Dunkelheit zum Club wird, ist genau die Art Hybrid, die die Überlebenden dieser Ära wohl sein werden. In einem Jahr der Schließungen ist das Nützlichste an Coven vielleicht, dass es zeigt, wie eine Eröffnung noch aussehen kann.



