Was ist der RND, und was verweigert er?

Cyma Forma hat die widerspenstigste kleine Box dieser Superbooth gebaut. Der RND hat kein Display, keine Regler, keine Fader. Er hat einen Knopf. Man drückt, und die Maschine reicht einem eine völlig neue Idee: einen vierschichtigen Patch aus acht Synthese-Engines (subtraktiv, FM, Acid, Noise, Speech, Karplus-Strong, Supersaw und additiv), geformt als Sequenz, One-Shot oder Drone, in einer von 20 Skalen und durch einen von fünf Filtern. Der Hersteller nennt über vier Milliarden mögliche Ergebnisse. Der Haken, und der ganze Sinn, ist, dass sich keines speichern oder abrufen lässt. Man fängt den Sound ein, während er spielt, oder verliert ihn für immer. Ihr Slogan sagt es klar: hör auf zu spielen, fang an zuzuhören.

Warum einen Synth bauen, den man nicht kontrolliert?

Weil genau die Kontrolle das ist, was er abgibt. Gemacht mit dem französischen Produzenten Bambounou, ist der RND ein bewusster Stoß gegen eine Studiokultur, die von totalem Recall, endlosen Presets und dem Sicherheitsnetz des Rückgängig besessen ist. In einem Jahr, in dem man einen fertigen Track aus einem Textfeld holen kann, wirkt eine Maschine, die zwingt, auf den Zufall zu reagieren und sich festzulegen, weniger wie ein Gag als wie ein Argument. Sie wird jeden ärgern, der einen Patch millimetergenau einstellen will. Das ist genau das Publikum, für das sie nicht ist.

Passt er wirklich in ein echtes Setup?

Ja, und das ist die Überraschung. Hinter der Spielzeug-Optik steckt ernsthafte Anschlussvielfalt: USB-C, das Audio und MIDI trägt, vier unabhängige Spuren vor dem Reverb über dasselbe Kabel, vier MIDI-Kanäle ein und aus mit neun Modi, MIDI-Clock ein und aus, Analog-Sync an Miniklinken und ein Stereo-Mix-Ausgang. Der RND kann also in eine DAW-Session, sich an ein Modular klinken oder andere Hardware triggern, alles für 125 Euro plus Mehrwertsteuer, Auslieferung ab Ende Juni. Zu dem Preis kostet er weniger als die meisten Boutique-Pedale, was die Kein-Speichern-Provokation leicht zu wagen macht.

Ein Synth, der einen Sound nicht speichern lässt, ist der ehrlichste Kommentar zu den Studiogewohnheiten von 2026.