Was steckt wirklich in DevOcean Modular?

Ocean Swift Synthesis hat DevOcean Modular als eigenständige Software-Modularsynthese-Umgebung gebaut (mit einer VST3/AU-Brücke für DAWs), die mehr als 145 Module mitbringt: neun Filterfamilien (Moog-artige Leitern, Zustandsvariablenfilter, Formanten, Kammfilter), 13 Effekte, sechs eigene Dynamikprozessoren (Kompression, De-Essing, Transientenformung), sowie vollständige Synthese-Engines für Wavetable, FM, additiv, Supersaw und granular. Das ist ein wirklich dichtes Rack, gebaut auf einer von Grund auf neu geschriebenen C++-DSP-Engine statt einer Hülle um Standard-Plugin-Bausteine, und es läuft unter Windows 10/11 sowie auf Macs mit Apple Silicon (Intel-Macs bleiben außen vor), mit bis zu 96 kHz und 16 Stimmen.

Kann man einen Synthesizer wirklich an die Börse anschließen?

Was DevOcean Modular von einem weiteren virtuellen Eurorack unterscheidet, sind seine Modulationsquellen. Neben den üblichen LFOs und Hüllkurven gibt es einen Kurzwellenradio-Oszillator, ein Live-Börsendaten-Modul und ein Mapping-System für Gamecontroller, alle direkt in den Patch eingebunden wie jedes andere Signal. Das bedeutet, die Cutoff-Frequenz eines Filters kann den Ausschlägen eines Börsenkurses folgen, oder ein Drone kann aus dem Rauschen einer Kurzwellenfrequenz entstehen, wodurch Informationsflüsse, die die meisten Produzenten nie anfassen, zu rohem Modulationsmaterial werden. Für Sound-Designer aus Deep-Tech und Organic House, die auf der Suche nach Texturen sind, die nicht aus einem Preset-Browser stammen, ist genau das die eigentliche Nachricht hier, mehr als jede Oberflächen-Spielerei.

"Die Kabel pulsieren mit dem Klang, der durch sie hindurchfließt, und wechseln beim Verkabeln die Farbe zwischen Mono und Poly," beschreibt Ocean Swift die eigene Patch-Oberfläche.

Was macht der KI-Assistent wirklich, und wo ist der Haken?

DevOcean Modular bringt außerdem MaYa mit, einen integrierten KI-Agenten auf Basis von Anthropics Claude, der Module hinzufügen und verkabeln, einen Patch, der nicht wie gewünscht klingt, reparieren, eine Session aufräumen und beschriften und Synthesefragen beantworten kann, ohne dass man ein Handbuch durchsuchen muss. Das ist eine echte Workflow-Funktion für ein so dichtes Rack, aber man sollte im Hinterkopf behalten, dass es ein Assistent für den Aufbau von Patches ist, kein Ersatz für das Ohr, das die eigentliche Sound-Design-Arbeit macht.

Die Software kostet im Einführungspreis 129,99 Euro, 35 Prozent Rabatt auf die üblichen 199 Euro, bis zum 1. September 2026. Die Demo ist das komplette Instrument, alle Module und Presets freigeschaltet ohne Zeitlimit; einzig das Speichern ist deaktiviert.