Fünf der bekanntesten unabhängigen Clubs Birminghams haben gerade gemeinsam erklärt, dass ein 1,75-Milliarden-Pfund-Bahnprojekt sie ihre Räume kosten könnte. Club Colette, Mama Roux's, The Night Owl, Luna Springs und XOYO veröffentlichten am 4. August eine gemeinsame Erklärung auf Instagram, alle in Digbeth ansässig, alle mit denselben Bauplänen konfrontiert.

Was genau bedroht der Bahnplan?

Die Midlands Rail Hub Alliance, das Partnerkonsortium hinter dem größeren Midlands-Rail-Hub-Programm, will Abschnitte des Bordesley-Viadukts verbreitern, jener Hochbahnstrecke, die Digbeth auf dem Weg zum Bahnhof Birmingham Moor Street durchquert. Die Pläne sehen außerdem zwei neue Bahnsteige in Moor Street vor, die Reaktivierung eines stillgelegten fünften Bahnsteigs sowie zwei neue Streckenverbindungen, die erstmals die Camp Hill Line mit der Chiltern Main Line verknüpfen. Es ist die Art von unspektakulärem Kapazitätsausbau, die außerhalb von Eisenbahnkreisen kaum auffällt, bis man merkt, dass dieser Viadukt genau über und neben denselben Bögen verläuft, in denen Digbeths Clubs seit einem Jahrzehnt ihre Räume eingerichtet haben.

Die öffentliche Konsultation zu diesen Vorschlägen startete am 6. Juli und endet am 28. August 2026. Genau auf dieses Zeitfenster verweisen die fünf Clubs ihr Publikum, nicht auf ein Abrissdatum, keine bestätigte Schließung: Die Pläne befinden sich noch in der Konsultationsphase, und die Clubs wollen vor Fristablauf möglichst viele förmliche Einwände sammeln.

Warum ist Digbeth für House und Techno so wichtig?

Digbeth ist kein beliebiges Viertel. Es ist Birminghams vom Industrie- zum Kreativquartier gewandelte Zone, Backsteinlagerhallen und Eisenbahnbögen umgebaut zu einigen der am regelmäßigsten bespielten Underground-Clubs des Vereinigten Königreichs, die Art von Straßenzug, den ein Promoter in einer Viertelstunde zwischen fünf Clubs zu Fuß abläuft. Auch nur einen dieser Clubs wegen Infrastrukturarbeiten zu verlieren wäre bereits ein harter Schlag; mehrere im selben Abschnitt im selben Jahr zu verlieren, ist die Art von Ereignis, die die Nachtkarte einer Stadt für eine Generation neu zeichnet. Birminghams Clubszene hat jahrelang daran gearbeitet, Digbeth zu einer echten Alternative zum schrumpfenden Clubangebot Londons zu machen, und diese Arbeit liegt jetzt genau unter einer nationalen Infrastrukturpriorität.

Die Clubs stellen das nicht als beschlossene Sache dar, sie sprechen von einer laufenden Konsultation, und sie wollen, dass die Öffentlichkeit mitentscheidet, bevor die Pläne endgültig sind.

Was kann die Öffentlichkeit tatsächlich tun?

Die fünf Clubs bitten ihr Publikum, eigene Einwände über die Midlands-Rail-Hub-Konsultation einzureichen, solange sie noch offen ist, statt erst zu reagieren, wenn das Projekt bereits feststeht. Das ist eine vertraute Strategie für britische Clubs, die mit Infrastruktur- oder Planungsdrohungen konfrontiert sind: das Publikum mobilisieren, bevor das Verfahren sich verfestigt, denn sobald eine Anordnung nach dem Transport and Works Act oder eine Baugenehmigung voranschreitet, schrumpft der Spielraum für öffentliche Beteiligung schnell. Bislang hat weder Club Colette noch Mama Roux's, The Night Owl, Luna Springs oder XOYO geschlossen. Der Kampf spielt sich im Konsultationsportal ab, nicht auf der Tanzfläche, und die Clubs wollen, dass das so bleibt.