Warum singt DJ Tennis auf seinem eigenen Label?
Manfredi Romano hat Life and Death vor fünfzehn Jahren als Heimat für Produzenten aufgebaut, die House, Techno, New Wave und Pop-Songwriting-Instinkte verschmelzen lassen, doch er selbst blieb bei eigenen Veröffentlichungen meist hinter dem Pult. «Cold Hands», seine Zusammenarbeit mit dem neueren Label-Signing M-High, bricht mit diesem Muster: Er übernimmt selbst den Leadgesang, eine Position, die er auf einer Life-and-Death-Platte nur selten einnimmt. Die Single folgt auf seine Juni-Single «Misbehave» und fällt genau in das Jahr des 15-jährigen Bestehens des Labels, was diesem Gesangs-Ausflug zusätzliches Gewicht als eine Art Statement gibt, wohin DJ Tennis und sein Label als Nächstes wollen.
Wie klingen die drei Versionen tatsächlich?
«Cold Hands» erscheint als drei klar unterschiedliche Mixe statt des üblichen Single-plus-Remix-Formats. Der Italo Mix setzt auf die melodische Seite der New Wave und hüllt den Gesang in leuchtende, euphorische Synths. Der Electro Mix entkernt den Track und skaliert ihn für größere Räume, gebaut für härtere Systeme. Der House Flip treibt denselben Gesang und dieselbe Akkordfolge in schlagkräftigeres, funktionaleres Tech House, die Version, die am ehesten in einem Peak-Time-Set auftaucht.
Auf «Cold Hands» nimmt DJ Tennis eine ungewöhnlich persönliche Rolle ein und übernimmt in allen drei Versionen selbst den Gesang.
Was bedeutet das für M-High?
M-High unterschrieb Anfang 2026 mit seinem Debüt-EP «Dark Web Pinger» bei Life and Death, und «Cold Hands» ist sein erster Auftritt auf dem Label seither. Einen neueren Namen mit dem Labelgründer selbst zu paaren, auf einem Track, der um dessen Stimme herum gebaut ist, wirkt weniger wie ein nostalgischer Move und mehr wie ein Mittel für Life and Death, das eigene 15-jährige Bestehen zu nutzen, um zu zeigen, auf wen als Nächstes gesetzt wird, statt nur auf den eigenen Katalog zurückzublicken.



