Was sagte die Top-100-Festivals-Umfrage eigentlich?
Am 2. Juli wurde Tomorrowland in DJ Mags Top 100 Festivals 2026 erneut zum weltweit größten Festival gewählt. Der Rest der Top 10 liest sich wie ein Stadion-EDM-Aufgebot: EDC Las Vegas, UNTOLD, Ultra, Defqon.1, Sunburn, Creamfields, Kappa FuturFestival, Glastonbury und Parookaville. Ultras weltweite Events holten sieben Plätze über die gesamte Liste. Das Ergebnis stammt aus einer öffentlichen Online-Abstimmung, die vom 22. April bis 17. Juni lief.
Warum sieht die Rangliste so gar nicht nach Underground aus?
Weil sie ein Mobilisierungswettbewerb ist, kein Geschmackstest. Die Abstimmung belohnt Festivals, die ihre Fanbase zum Klicken bringen, was den größten kommerziellen Marken mit den größten Marketingmaschinen und Werbebudgets nützt. Deshalb wird die Spitze der Liste von Mainstage-EDM dominiert und nicht von den Clubs und Open Airs, über die der Underground tatsächlich spricht. Die einzige echte Ausnahme nahe der Spitze ist das Kappa FuturFestival in Turin auf Platz 8, ein echtes Techno-Festival, das still und leise zu einem der wichtigsten Sommertermine Europas geworden ist.
Was sagt Awakenings auf Platz 34 aus?
Alles, was man darüber wissen muss, was diese Abstimmung misst. Awakenings hat gerade seine Ausgabe 2026 ausverkauft, vom 10. bis 12. Juli in Hilvarenbeek, die größte aller Zeiten, 119.000 Menschen aus mehr als 115 Ländern, und es war mehr als einen Monat vor Toröffnung ausverkauft. Nach jedem Maßstab echter Nachfrage ist es eines der begehrtesten Tickets der elektronischen Musik in diesem Sommer. Auf DJ Mags Liste steht es auf Platz 34, 14 Ränge tiefer. Rangliste und tatsächliche Nachfrage zeigen in entgegengesetzte Richtungen, und genau das ist das Problem, wenn man diese Listen als Urteil über die Musik liest.



