Elektron hat am 26. August das Tonverk-OS 1.4.0 veröffentlicht und damit die eine echte Lücke geschlossen, die den Multi-Sampler seit seinem Start im September 2025 begleitet hat: sauber Audio herauszubekommen. Bisher regelte Overbridge auf dem Tonverk nur Steuerung und einfachen Transport. Eine Jam aufzunehmen bedeutete, alles direkt auf dem Gerät auf Stereo herunterzurechnen und zu hoffen, dass die Balance stimmt, ohne die Möglichkeit, später nachzubessern.

Was schaltet Overbridge jetzt wirklich frei?

Mit 1.4.0 schickt Overbridge alle 16 Spuren des Tonverk auf einmal per USB in eine DAW, jede auf ihrem eigenen Kanal. Ein Producer kann so eine komplette Tonverk-Performance live in Ableton, Bitwig oder Logic aufnehmen und danach trotzdem jede Drum-Spur, jede Sample-Ebene und jede Audio-Eingangsspur isoliert vorliegen haben, bereit zum Remixen, Neu-Equalizen oder Resampeln, ohne das Ausgangsgerät noch einmal anzufassen. Für alle, die Tracks aus Hardware-Jams bauen statt sie von Grund auf in einer DAW zu tippen, ist das der Unterschied zwischen einer nutzbaren Session und einem bereits festgelegten Mixdown, aus dem man nicht mehr herauskommt.

Was steckt sonst noch in 1.4.0?

Das Update betrifft nicht nur Ein- und Ausgänge. Velocity- und Key-Tracking funktionieren jetzt als Modulationsquellen, jede steuert bis zu vier Parameter, was ein spielabhängiges, ausdrucksstarkes Sounddesign ermöglicht, das der Tonverk vorher nicht hatte. Patterns lassen sich spontan in Halbtonschritten transponieren, und Kopieren, Einfügen und Löschen funktionieren jetzt, ohne das laufende Pattern zu verlassen, ein Detail, das zählt, wenn man einen Live-Set flüssig halten will. Effekt-Slots auf Audio- und Bus-Spuren lassen sich direkt vertauschen, das Preset-Menü hat endlich Suche und Filter, und jede Spur kann statt einer festen Zuordnung ihrem eigenen MIDI-Kanal zugewiesen werden.

"Der Tonverk wächst weiter, und mit 1.4.0 bekommt er endlich Overbridge-Mehrspur-Streaming.", Elektron, Release Notes zu OS 1.4.0

Warum hat das ein Jahr gedauert?

Elektron bringt Hardware traditionell eher mit einer Roadmap als mit einem fertigen Funktionsumfang heraus, sowohl der Digitakt II als auch der Syntakt bekamen große Erweiterungen deutlich nach dem Marktstart, und der Tonverk folgt demselben Muster. Die Octatrack-Vergleiche, die den Tonverk seit seiner Enthüllung begleitet haben, drehten sich immer um die Tiefe des Workflows, nicht nur um die Klangengine, also ist ein Firmware-Zyklus, der echte DAW-Integration bringt, derjenige, der sich diesen Vergleich tatsächlich verdient, statt ihn nur anzudeuten.