fabric London besteht seit 1999. In sechsundzwanzig Jahren wurde der Club zu einem der prägenden institutionellen Namen der britischen Underground-Elektronik: ein Farringdon-Keller, der seinen Ruf durch kompromisslose Programmierung, ernsthaften Klang und die Weigerung aufgebaut hat, die Kanten für ein breiteres Publikum zu brechen. Für den größten Teil dieser sechsundzwanzig Jahre galt: Wer fabric wollte, fuhr nach London.

Am 5. September 2026 ändert sich das. fabric bringt sein Audiovisual-Show-Konzept zum ersten Mal nach New York City, und zwar ans Under the K Bridge in Greenpoint, Brooklyn, mit Jeff Mills, Helena Hauff, x3butterfly und Shvili. Die Visual Direction übernimmt dreamrec. Lokaler Partner ist ReSolute.

Was ist das Under the K Bridge und warum ist es relevant?

Under the K Bridge (Creekside) ist eine vergleichsweise neue Outdoor-Venue in Greenpoint, Brooklyn, die unter dem Kosciuszko Bridge über dem Newtown Creek liegt. Es ist nicht der Avant-Gardner-Komplex, nicht das Brooklyn Mirage, nicht die etablierte Outdoor-Tanzmusik-Infrastruktur des östlichen Brooklyns. Es ist ein anderer Teil des Bezirks: ruhiger, weniger etabliert, industrieller. Das ist genau der richtige Kontext für eine fabric-Show, die sich als AV-Erlebnis positioniert, das sich vom gewöhnlichen Clubbing unterscheidet.

Das Freiluft-Setting erlaubt die großformatige Projektion und das audiovisuelle Design, das fabric beschreibt: "die industriellen Stahlträger der Brücke in eine vollständig realisierte audiovisuelle Umgebung zu verwandeln, in der Klang und visuelle Erfahrung gleiches Gewicht haben." Diese Sprache erinnert an das, was Anymas AEDEN-Produktion auf der immersiven Live-Seite macht, aber fabrics Version kommt aus einer anderen Tradition: der Londoner Underground-Club-Ästhetik, reduziert und in Techno verwurzelt, statt im melodischen Spektakel.

Warum Jeff Mills und Helena Hauff?

Jeff Mills ist 60 Jahre alt. Er ist einer der Architekten des Detroiter Techno, ein Gründungsmitglied von Underground Resistance und einer der wenigen DJs der ersten Generation, der seine Relevanz und seine politische Haltung bewahrt hat. Er spielt Sets von zwei bis drei Stunden. Er nimmt keine kommerziellen Buchungen an. Wenn fabric ihn für ihre erste New Yorker Show auswählt, kommuniziert das klar, was für eine Veranstaltung das ist: kompromisslos, tief in der Tradition verwurzelt.

Helena Hauff ist das Pendant von der europäischen Seite: eine Hamburger Selektorin mit einer Plattensammlung, die von EBM über Electro bis zu dem Techno reicht, der Menschen unwohl macht. Sie ist kein Haushaltsname außerhalb des Undergrounds, und ihre Anwesenheit neben Mills ist eine klare Aussage über die Programmierungsabsicht.

Resolutes Beteiligung verankert die lokale Glaubwürdigkeit. Der New Yorker Veranstalter programmiert seit Jahren ernsthafte Underground-Techno-Events in der Stadt und weiß, dass dieses Publikum konkrete Erwartungen hat.

Was sagt fabrics internationale Expansion über seine Ambitionen aus?

fabric ist nicht die einzige Londoner Clubmarke, die sich international ausbreitet: Printworks hat eine ähnliche Entwicklung genommen, und Boiler Rooms globale Programmierung hat mitgeprägt, wie Underground-Clubkultur exportiert wird. Aber fabric, das nach New York geht, ist in Maßstab und Symbolik anders. Londons ernsthafteste Underground-Institution wählt für ihr AV-Format-Debüt Brooklyn, mit Jeff Mills, an einer industriellen Outdoor-Location: Das ist eine bewusste Aussage darüber, was fabric 2026 ist.