Was ist FOUND eigentlich?

Berlin hat gerade einen seiner größten Dancefloors seit Jahren bekommen. FOUND liegt in Tempelhof-Schöneberg, in einem Gebäude mit langem Nachtgedächtnis: eine alte Schultheiss-Brauerei, die von 2001 bis 2004 den ersten KitKatClub beherbergte, bevor sie jahrelang als Malzfabrik diente, eine für Firmenevents gemietete Halle. Jetzt eröffnet sie neu als Komplex für 8.500 Menschen mit Innen- und Außenflächen. Mika Schröter hat ihn im März übernommen und versteht ihn weniger als Club denn als « Plattform für Musik, Kultur und kreativen Austausch », geführt, wie er sagt, über « Qualität statt Hype ». Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann winkte das Projekt als Stärkung der kulturellen Anziehungskraft des Viertels durch, was in Berlin nie selbstverständlich ist.

Warum eröffnete ausgerechnet das Watergate?

Die Symbolik ist unübersehbar. Das Watergate war über zwei Jahrzehnte einer der intimen Clubs, die Berlin geprägt haben, mit seiner Glaswand zur Spree, bevor es diese Heimat in Kreuzberg Ende 2024 schloss, weil es die Mieten nicht mehr tragen konnte und der Tourismus nach der Pandemie einbrach. Statt zu verschwinden, wurde es zur Open-Air- und Tour-Marke, mit einer Saison im SAGE Berlin von Mai bis September, und jetzt das. FOUNDs erste Nacht am 27. Juni war ein Watergate-Open-Air vom Nachmittag bis in die frühen Morgenstunden, angeführt von DJ Heartstring und Interplanetary Criminal, neben DJ Spit, THC und einer Reihe von Residents.

Was bedeutet ein riesiger neuer Saal für Berlin?

Hier ist die Debatte. Berlin hat eine Reihe geliebter Säle dunkel werden sehen, das Watergate darunter, das Wilde Renate am Auslaufen, unter dem ständigen Druck von Mieten und Umnutzung, den die Stadt unter « Clubsterben » verbucht. In diese Lücke tritt eine Halle für 8.500 Menschen in einer umgebauten Brauerei, das Gegenteil des kleinen, verschwitzten Raums mit Members-Gefühl, den die Szene mythisiert. Manche werden FOUND als Beweis lesen, dass die Kultur widerstandsfähig ist und sich neu erfindet. Andere sehen einen weiteren Schritt zum Clubbing in Festivalgröße, in einer Stadt, die auf dem Intimen gebaut ist. Die ehrliche Antwort lautet, dass beides stimmen kann und dass der Saal selbst es über eine Saison entscheiden wird.

Ein Club, der seine Heimat verliert und den Namen am Leben hält, ist auf seine Art eine sehr berlinerische Geschichte.