Was geschah an diesem Freitag in der Abbey Road?
Am 19. Juni füllten sich die Räume neben dem Studio Two der Abbey Road Studios mit einer Gruppe, die die Studiowelt seit Jahrzehnten draußen hält. Trans+ Future Sounds, eine neue Reihe des Trans Creative Collective und der Organisation We Are Moving The Needle, hielt seine erste Ausgabe von 15 bis 20 Uhr ab, kostenlos. Das Format war praktisch und ohne Schnörkel: 15 trans+ Songwriter:innen und 15 trans+ Produzent:innen, im Tandem mit 15 Branchenprofis, durch Songwriting- und Produktions-Workshops, Mentoring-Sessions und Live-Sets.
Fred again.. übernahm eine der Produktionssessions, war aber bei Weitem nicht der einzige Name im Haus. Sans Soucis, MESSIE, Satch, der Chor Trans Voices, Emily Green und Fuzz Chaudhrey gaben ihr Wissen weiter, gemeinsam mit charlieeeee, Gründer von Trans+ Future Sounds und Mitgründer des TCC. Die Anmeldung lief über den Instagram-Account des Projekts, und der Tag stand allen offen, mit Vorrang für trans und queere Kreative.
Warum ist es wichtig, wer am Pult sitzt?
Weil dort die Macht sitzt. We Are Moving The Needle, gegründet von der Grammy-prämierten Mastering-Ingenieurin Emily Lazar, nennt die Zahl in seinem Fix-The-Mix-Bericht ganz nüchtern: Nur 2,3 % der Produzent:innen verstehen sich als Frauen, trans oder nicht-binär. Das ist keine Frage des Talents, sondern des Zugangs, und es entscheidet leise darüber, wie Platten klingen und wer fürs Machen bezahlt wird. Ein kostenloser Tag im berühmtesten Studio der Welt, von und für trans+ Produzent:innen, zielt genau darauf.
„Wir wollen, dass sich jede:r trans+ Produzent:in, Songwriter:in und Kreative:r, der oder die am Freitag durch diese Türen geht, gefeiert fühlt“, sagte charlieeeee.
Einmalige Sache oder echtes Programm?
Ein Programm. Trans+ Future Sounds startete mit weiteren bereits gebuchten Terminen für 2026, und das ist der Punkt, auf den es ankommt. Ein Nachmittag mit guten Schlagzeilen ändert wenig. Ein wiederkehrender Mechanismus, der trans+ Produzent:innen immer wieder in echte Räume bringt, mit echten Mentoren und echtem Equipment, verschiebt das Gleichgewicht hinter dem Pult tatsächlich.


