Die meisten Drone-Module im Eurorack-Format sind geschlossene Kisten. Man dreht an den Reglern, es kommt ein Sound heraus, und der DSP, der die eigentliche Arbeit macht, bleibt proprietär, egal welchen Chip oder Code der Hersteller hinter der Frontplatte versteckt hat. Das neue Modul von Ghost In Translation, Drone, bricht mit diesem Muster genau dort, wo es für alle zählt, die ihre eigenen Systeme wirklich bauen und hacken: beim Code selbst.
Drone ist ein Stereo-Modul mit 8HP, aufgebaut um vier vollständig unabhängige Stimmen, jede angetrieben von einer 32-Bit-Float-DSP-Engine. Diese Engine, der eigentliche Synthese-Code, der jeden vom Modul erzeugten Drone formt, ist vollständig auf GitHub veröffentlicht statt in eine verschlossene Firmware kompiliert. Ghost In Translation baut sein gesamtes Sortiment schon seit den frühen Teensy-basierten Modulen wie Synth und DS9 auf diese Weise, und Drone setzt diese Haltung fort statt sie einzuführen.
Was lässt sich damit wirklich anstellen?
Sechzehn Algorithmen sind an Bord und decken ein breites Spektrum an Drone- und Texturverhalten ab: Sine-Resonant Noise, Resonant Noise, Sine-Phaser-Ring, Sine-FM, Saw-Comparator, Slink Filter, klassisches FM und ein Wavefolder. Jede der vier Stimmen läuft unabhängig mit einem dieser Algorithmen, sodass ein einziges 8HP-Modul vier verschiedene Texturen in einem Stereofeld übereinanderlegen kann statt nur einer breit gepannten Stimme. Ein eingebauter Looper zeichnet Reglerbewegungen auf, frei bis zu einer Minute oder fest an 32 Takte im MIDI-Clock gebunden, was aus einem statischen Drone etwas macht, das sich über ein Set hinweg entwickelt, ohne dass man eine Modulationsquelle von anderswo im System patchen muss.
Einen offenen DSP zu haben bedeutet, dass jeder mit einem Teensy und einem Lötkolben die exakte Synthese-Engine studieren, forken oder erweitern kann, die in einem kommerziellen Modul läuft, nicht nur dessen Frontplatte.
Warum zählt ein offener DSP hier wirklich?
Für die meisten Hörenden klingen ein verschlossener Chip und ein offenes Repository beim ersten Patch identisch. Der Unterschied zeigt sich später: wenn ein Bug fünf Jahre, nachdem der Hersteller weitergezogen ist, behoben werden muss, wenn jemand einen Algorithmus auf ein DIY-Projekt portieren will, oder wenn ein Sound-Designer genau verstehen will, was der,Slink Filter' mathematisch tut, statt einem Marketingnamen zu vertrauen. Eurorack hat eine echte DIY-Kultur, die auf geteilten Schaltplänen und offener Firmware aufbaut, in der Tradition von Mutable Instruments, und Drones GitHub-Repository reiht es in diese Linie ein statt auf die Seite der versiegelten Kisten des Marktes.
Wie sieht es bei Preis und Zeitplan konkret aus?
Ghost In Translation startet eine erste Early-Bird-Charge zu 199 €, die nach deren Ausverkauf auf den vollen Preis von 279 € steigt. Die eigene Produktseite des Herstellers nennt den Versand der Early-Bird-Einheiten ab dem 21. August 2026.



