Wer steht an der Spitze unserer Liste der größten House-Stimmen?
1. Robert Owens. Keine Stimme ist so eng mit House verwoben wie seine. Als eine Hälfte von Fingers Inc. mit Larry Heard sang er 'Mystery of Love' und 'Can You Feel It', und 1989 setzte seine schmerzliche Performance auf 'Tears', eingespielt mit Frankie Knuckles und Satoshi Tomiie, die Vorlage für das, was wir heute Deep House nennen: Gospel-Phrasierung, echter Liebeskummer, über eine Maschine gesungen. Jahrzehnte später tourt und singt er noch immer live, und fast jede beseelte House-Platte seither schuldet ihm etwas.
2. Barbara Tucker. Wenn Owens die Seele des Deep House ist, dann ist Tucker seine Gospel-Wucht. Als Stimme des New Yorker Labels Strictly Rhythm machte sie 'Beautiful People', 'I Get Lifted' und 'Everybody Dance' zu regelrechten Gebeten der Tanzfläche, in der Kirche geschult und für den Höhepunkt eines Sets um sechs Uhr morgens gebaut. Wenige Sängerinnen beherrschen einen Raum wie sie.
3. Byron Stingily. Dieses unmöglich hohe Falsett an der Spitze von Ten City auf 'That's the Way Love Is' und 'Devotion' ist einer der Signature-Sounds des House, in direkter Linie zu Sylvester und der queeren Freude der Disco. Sein Solo-Stück 'Get Up (Everybody)' (1998) ist bis heute ein garantierter Hände-in-die-Luft-Moment.
4. Jamie Principle. Bevor House überhaupt einen Namen auf Platten hatte, schrieb und sang Principle 'Your Love' und 'Baby Wants to Ride', Songs, die Frankie Knuckles im Power Plant zur Legende spielte und später veröffentlichte. Halb Prince, halb Chicagoer Lagerhalle, ist er der Autor und Sänger, um den herum das Genre fast gebaut wurde.
5. Martha Wash. Ihre Stimme ist überall, selbst dort, wo ihr Name fehlte. Wash trägt Black Box' 'Ride on Time' und C+C Music Factorys 'Gonna Make You Sweat (Everybody Dance Now)', ohne in den Credits aufzutauchen, in den Videos von Models nachgespielt. Sie klagte, gewann und zwang die US-Industrie, Gesangs-Credits auf Platten und Videos zu drucken, ein Kampf, der die Dance-Musik für jede Stimme nach ihr veränderte.
Welche Stimmen haben die Top 5 knapp verpasst?
Viele, und der Streit darüber ist die halbe Freude. CeCe Rogers schenkte House mit 'Someday' seine Hymne im Geist der Bürgerrechtsbewegung. Darryl Pandy ließ 'Love Can't Turn Around' mit Farley 'Jackmaster' Funk explodieren und erfand mehr oder weniger die Diva-House-Performance. Dann kommen die Crossover-Königinnen der 90er: Crystal Waters ('Gypsy Woman', '100% Pure Love'), Ultra Naté ('Free'), Kym Mazelle und India, die den Sound weltweit ins Radio trugen. Und über allem schwebt Loleatta Holloway, die Disco-Stimme, die House so oft sampelte, dass sie zu seinem Geist wurde.



