Die Polizei löste in der Nacht auf den 1. Juli eine illegale Party auf einem ländlichen Grundstück in Santa Gertrudis auf, mit Zahlen wie aus dem Einsatzbericht eines Festivals: über 200 Menschen, sechs abgeschleppte Fahrzeuge, 15 Anzeigen wegen Drogenbesitzes und vier Fahrer, die vor Sonnenaufgang positiv auf Drogen getestet wurden.
Was hat die Polizei bei dem Einsatz tatsächlich gefunden?
Die Ortspolizei von Santa Eulària begann den Einsatz vor Tagesanbruch, unterstützt von drei Streifen, einer Unfallaufnahme-Einheit, der Präventiven Einsatzgruppe und zwei zusätzlichen Teams der Verkehrsstaffel der Guardia Civil. Bis 10:30 Uhr waren bereits sechs Fahrzeuge abgeschleppt und rund 15 Anzeigen wegen Drogenbesitzes erstattet worden, dazu vier positive Drogentests bei Fahrern, die auf den Zufahrtsstraßen zum Anwesen kontrolliert wurden. Verstöße im Zusammenhang mit Alkohol wurden keine festgestellt, ein Detail, das zu einer Party passt, die sich eher um andere Substanzen als um offene Bars dreht.
Warum spielt es eine Rolle, dass der Eigentümer dort wohnt?
Das Grundstück hat keine Ferienvermietungslizenz, und laut Polizei wohnt der Eigentümer tatsächlich dauerhaft dort. Dieses Detail unterscheidet den Fall vom üblichen Muster illegaler Vermietungen auf Ibiza, bei dem ein abwesender Eigentümer eine Villa an einen Veranstalter verpachtet, der dann ohne Genehmigung eine Veranstaltung organisiert und verschwindet, bevor die Kontrolle eintrifft. Hier untervermietete die Person, die die Party organisierte, nicht das Ferienhaus eines anderen: Sie betrieb im eigenen Garten praktisch einen Club, mit einer Logistik, zwei getrennten Shuttle-Treffpunkten in Sant Rafel und im Ortskern von Santa Gertrudis, um die Gäste zum Anwesen zu bringen, die deutlich eher nach einer kommerziellen Veranstaltung als nach einem privaten Treffen aussieht.
Gehört das zu einem größeren Muster?
Santa Gertrudis ist die jüngste Episode in einem Sommer voller Razzien im ländlichen Hinterland Ibizas, nach der Party mit rund 1.000 Gästen, die auf dem Camí Vell de Sant Mateu aufgelöst wurde, und dem Bestreben der Insel, DJs, die im illegalen Kreislauf auflegen, auf eine schwarze Liste zu setzen. Jeder Fall hat seine eigenen Zahlen und seine eigene Adresse, aber das Muster wiederholt sich: Shuttle-Logistik, keine Lizenz, Hunderte Gäste, Drogen vor Ort, und eine Polizei, die eintrifft, wenn die Party bereits auf Hochtouren läuft.
Die Shuttle-Treffpunkte waren nicht improvisiert, sie waren Infrastruktur.



