Die Preise auf Ibiza sind jeden Sommer der liebste Boxsack der sozialen Medien. Neu ist diesen Monat, wer zurückschlägt.
Alex Tripi, CEO der Pete Tong DJ Academy, sagte gegenüber La Voz de Ibiza, dass eine Wasserflasche in einem Club der Insel nicht 15 Euro kosten sollte. Dabei blieb er nicht bei der Klage stehen. Tripi nannte einen konkreten Richtwert: rund 5 Euro für Wasser, 10 Euro für andere Getränke, etwa 50 Euro für eine ganze Nacht. Das ist kein PR-Satz zur Verteidigung des Premium-Rufs der Insel. Das ist jemand aus der Branche, der öffentlich beziffert, was er für fair hält.
Warum kostet das Wasser tatsächlich 15 Euro?
Genau das macht aus einer weiteren Beschwerde über den Wasserpreis etwas Größeres. Tripi schilderte ein Gespräch hinter den Kulissen, das den eigentlichen Mechanismus offenlegt: Die Mindestausgaben an VIP-Tischen pumpen keine Marge aus Spaß auf, sie finanzieren die DJ-Gagen und die Betriebskosten der größten Clubs Ibizas. Anders gesagt: Der Tisch neben der DJ-Kanzel ist nicht zufällig überteuert. Er ist genau der Posten, der den Headliner bezahlt, wegen dem man gekommen ist.
„Eine Wasserflasche sollte nicht 15 Euro kosten.“
Das ist ein seltenes Eingeständnis von jemandem, der auf der Geschäftsseite der Szene steckt, nicht von einem Touristen, der online Dampf ablässt. Es rückt die jährliche Preis-Empörung zurecht: Das Modell ist nicht aus Versehen kaputt, es ist absichtlich so gebaut, und bisher hat es niemand mit Tripis Einblick so klar ausgesprochen.
Was gerade viral ging, und warum es unklarer ist
Wenige Tage nach Tripis Aussagen rückte Hï Ibiza ins Zentrum eines neuen Streitpunkts. El Debate berichtete über eine auf Instagram kursierende Rechnung, die sich laut dem Bericht auf 25.250 Euro an einem VIP-Tisch dieses Clubs summierte, ein Bild, das oft genug geteilt wurde, um die Debatte für einen weiteren Nachrichtenzyklus neu zu entfachen. El Debate selbst räumt ein, die Echtheit des Belegs nicht unabhängig bestätigen zu können, die Zahl sollte also als virale Behauptung behandelt werden, nicht als bestätigte Transaktion. Derselbe Artikel zitierte einen zuvor viral gegangenen Restaurantbeleg, gepostet vom Account @soycamarero: eine Flasche Wasser für 11 Euro, eine Cola für 6,50 Euro und Brot für 16 Euro, neben teureren Gerichten wie einem Gemüsereis für 48 Euro.
Zusammengenommen: eine unbestätigte, aber weit verbreitete fünfstellige Club-Rechnung, ein dokumentierter Restaurantbeleg mit zweistelligem Wasserpreis, und jetzt jemand aus der Branche, der die Mechanik dahinter bestätigt. Es ist dieselbe Debatte, die Ibiza jeden August führt, nur dass diesmal jemand von innen eine Zahl auf einen fairen Preis gelegt hat.
Was folgt auf das Eingeständnis?
Tripi sagte, er tanze lieber mitten im allgemeinen Publikum als im VIP-Bereich zu sitzen, und rahmte das als eine Frage von Werten, Einheit und Musik über allem, statt sitzendem Status. Das ist eine sympathische Haltung von jemandem, dessen eigene Akademie genau die nächste Generation von Club-DJs ausbildet, die irgendwann in genau diesen VIP-finanzierten Sälen spielen werden. Zuzugeben, dass das Modell kaputt ist, und es tatsächlich zu ändern, sind zwei verschiedene Dinge, und die Clubs auf Ibiza zeigen kein Anzeichen, von Premium-Residenzen von Acts wie Black Coffee, Afterlife oder David Guetta abzurücken, bei denen VIP-Tische Berichten zufolge ihre höchsten Preise des Jahres erreichen.



