Warum war Danaides überhaupt verschwunden?

Inear Display, das kleine französische Studio von Thomas Hennebert, brachte Danaides 2013 heraus, eines seiner allerersten Plugins. Den Sprung auf 64-Bit-Hosts hat es nie geschafft. Während sich DAWs und Betriebssysteme weiterentwickelten, ließ sich ein reines 32-Bit-Plugin irgendwann schlicht nicht mehr laden, und Inear Display nahm es lieber vom Markt, als ein kaputtes Produkt weiter anzubieten. Dreizehn Jahre lang überlebte Danaides vor allem durch Mundpropaganda, unter Sound-Designern, die es früh entdeckt hatten und seine besondere Art, ein Signal zu zerlegen, nie vergaßen.

Was passiert wirklich im Inneren des Plugins?

Danaides 2.0 hält am ursprünglichen Konzept fest, einem experimentellen sequenzierten Sound-Mangler, Engine und Oberfläche wurden aber komplett neu gebaut. Drei Effekte bilden den Kern: Driller loopt und repitcht winzige Ausschnitte des eingehenden Signals für stotternde Glitch-Texturen, Metalizer legt ein markantes Delay darüber, das jede Quelle metallisch und klirrend klingen lässt, und Reducer reduziert die Samplerate für zusätzliche Härte. Alle drei bringen ihren eigenen Morphing-Vorfilter mit, der zwischen Tiefpass, Hochpass und Bandpass wechselt, dazu Cutoff- und Resonance-Regler.

Diese ganze Zerlegung lässt sich über eine auf Bewegung ausgelegte Modulationssektion automatisieren: zwei Morphing-LFOs (jeweils mit Sub-LFOs A und B), zwei Modulationssequenzer, die Dry/Wet-Mix und aktiven Effekt steuern, drei Randomizer und volle MIDI-Kontrolle.

„Wir lassen eines der allerersten Inear-Display-Plugins wiederauferstehen, ursprünglich 2013 veröffentlicht. Enger im Umfang und eigenwilliger, ist es so etwas wie der Vorfahre von Amalgame, das die Sequencing-Seite später weitergetrieben hat“, schreibt Inear Display zu diesem Comeback.

Warum macht Inear Display das gerade jetzt?

Das Studio selbst hatte im Sommer 2025 pausiert, bevor es im Februar 2026 neu startete, und Danaides 2.0 ist Teil dieses Comebacks. Es erscheint als VST3 und AU, kompatibel mit Apple-Silicon- und Intel-Macs sowie Windows, und läuft als Donationware: kostenloser Download über Gumroad, mit der Möglichkeit, den Entwickler freiwillig finanziell zu unterstützen. Der einzige Haken für alle, die noch eine 2013er-Installation am Laufen hatten: Presets werden nicht übernommen, Version 2.0 ist nicht abwärtskompatibel zu den alten Einstellungen. Inear Display versichert, dass sich die neu gebaute Engine trotzdem „sehr nah an der Version von 2013“ anfühlt.