Jamaica Suk hat sich ihren Namen im Berliner Techno-Underground hart erarbeitet: über ein Jahrzehnt an Sets und Produktionen, eine Residency im Section 8, eine weitere im Clash Berlin, und ein psychedelischer, kantiger Sound, der ihr von Boiler Room den Titel eines der bestgehüteten Geheimnisse der Stadt einbrachte. Sie betreibt außerdem ihr eigenes Vinyl-Label samt Eventreihe, Gradient. Jetzt kämpft sie gegen einen aggressiven Krebs, und die Szene, die ihre Musik kennt, wird gebeten zu helfen, damit sie ihre Wohnung und ihre Behandlung bezahlen kann.

Was ist passiert?

Laut DJ Mag wurde bei Jamaica Suk ein triple-negativer Brustkrebs diagnostiziert, ein aggressiver Subtyp, der bereits in Wirbelsäule und Leber gestreut hat. Zunächst wurde sie auf der Intensivstation eines spezialisierten Krankenhauses in Brandenburg, direkt vor den Toren Berlins, behandelt. Das jüngste Update der GoFundMe-Kampagne vom 27. Juli besagt, dass sich ihre Vitalwerte seither stabilisiert haben und sie von der Intensivstation auf die Onkologie-Station verlegt wurde. Wirbelbrüche machen ihr derzeit das Gehen unmöglich, sie erhält begleitend zur Krebsbehandlung Physiotherapie. Die Organisatorinnen erklärten, weitere medizinische Details aus Respekt vor ihrer Privatsphäre bewusst zu begrenzen.

Warum braucht eine tourende DJ eine Spendenaktion?

Weil das Einkommen einer DJ fast vollständig von ihrer physischen Präsenz abhängt. Es gibt kein Gehalt, das im Hintergrund weiterläuft, keine Krankschreibung, die an einen Tourkalender gekoppelt ist. "Weil Jamaica Musikerin ist, existiert ihr Einkommen nicht ohne ihre physische Präsenz. Keine Bühne, keine Arbeit, kein Gehalt", erklärt die Kampagne. Das ist die nüchterne wirtschaftliche Realität hinter fast jedem Tourkünstler dieser Szene: Streiche die Flüge und Clubtermine, und das Einkommen stoppt in derselben Woche. Ihre engen Freundinnen Maria Gysi und Maria Mouk haben "Jamaica's Medical Emergency and Relief Fund" auf GoFundMe eingerichtet, um Miete, Krankenversicherung, Studiokosten und laufende Behandlungskosten zu decken. Die Kampagne hat ein Ziel von 30.000 Euro und hatte laut jüngstem Update bereits über 19.000 Euro von mehr als 250 Spendern gesammelt. Ihre Schwestern sind aus Kalifornien und den Philippinen angereist, um sie zu begleiten.

https://www.gofundme.com/f/jamaica-is-in-a-medical-emergency

"Keine Bühne, keine Arbeit, kein Gehalt."

Was kann die Szene konkret tun?

Spendet direkt über GoFundMe, wenn ihr könnt, teilt die Kampagne, damit sie Menschen erreicht, die ihre Musik kennen, und wenn ihr bucht, promotet oder eine Clubnacht organisiert, nehmt das als Erinnerung daran, wie wenig Absicherung die meisten Tour-DJs und Produzenten haben. Jamaica Suks Geschichte steht in diesem Punkt nicht allein da: Sie ist eine klare Illustration einer strukturellen Lücke, mit der sich die Branche selten befasst, bis jemand aus den eigenen Reihen erkrankt.