Was ist La Noche, und warum zählt der Panorama Bar?
La Noche ist eine Berliner Partyreihe, 2023 von den DJs Byron Yeates, THC und Disk Cartel gegründet, mit einer einfachen Idee: House, ohne Schnickschnack gespielt, für ein queeres Publikum, das keine Motto-Nacht braucht, um sich zu Hause zu fühlen. Am Freitag, den 24. Juli 2026, kehrt die Crew zum dritten Mal in Folge in den Panorama Bar zurück, den house-lastigen Floor über dem Berghain, als fester Freitagstermin während der Pride-Woche in Berlin, so die Gründer im Interview mit 10 Magazine.
Dieser Raum hat Gewicht. Der Panorama Bar gilt seit zwei Jahrzehnten als einer der mythenumranktesten Orte der House- und Techno-Welt, und einen wiederkehrenden Freitagsslot dort zu bekommen, drei Jahre in Folge, bedeutet mehr als ein guter Booking-Erfolg: Ein queeres Kollektiv hat sich fest in die Rotation des Ladens eingeschrieben, nicht nur zu Gast, sondern als Teil davon.
Wer spielt, und warum zählt Byron Yeates' Live-Debut?
Das Line-up vom 24. Juli verbindet eine Heimspiel-Krönung mit dem Sound, auf dem die Party gründet. Byron Yeates, der in Galway geborene, in Berlin lebende DJ und Produzent hinter dem Label Radiant Records, spielt hier sein erstes Live-Set in der Stadt, die er heute sein Zuhause nennt, laut 10 Magazine. Er teilt sich die Bill mit S-candalo, dem Duo aus THC und Disk Cartel, Geschwister und zugleich Mitgründer der Party, dazu Stella Zekri, Josh Caffé, Kilopatrah Jones und ein Back-to-back von Niks und Amaliah. Die Residents Angel D'lite und Bella Sarris runden den Abend ab.
"Die Stimmung ist einfach so sexy, so viel Spaß, und die Crowd geht immer super mit", erzählte Amaliah 10 Magazine über die kollektive Energie der Party.
Warum House während der Pride-Woche zu einer politischen Geste machen?
2026 ist das erste Jahr, in dem sich der CSD Berlin über zwei volle Tage erstreckt, eröffnet am Freitag, den 24. Juli, mit der "Democracy Night", einer Kundgebung und einem Konzert am Brandenburger Tor von etwa 18 bis 23 Uhr auf drei Bühnen mit Musik, Performance und politischen Reden, vor der Hauptparade am Samstag, laut 10 Magazine. Diesem Programm in Stadion-Größenordnung setzen die Gründer von La Noche ihren eigenen Ansatz deutlich unverblümter entgegen: "no frills, no gimmicks, no bullshit", eine Formel, mit der sie eine direkte Linie zur queeren House-Szene der Mitte der 1990er ziehen, als der Dancefloor selbst der politische Raum war, nicht nur die Kulisse eines anderen.
Genau darin liegt die Spannung eines Abends, der auf dem Papier nur ein weiteres Booking ist: Ob das ursprüngliche Versprechen queerer Nächte, dass Raum und Musik selbst die Politik SIND, noch trägt, wenn Pride selbst zu einer gebrandeten, stadtweiten Produktion geworden ist.



