Wer ist Lukas Wigflex, und warum trifft das so hart?

Fast zwei Jahrzehnte lang war Lukas Wigflex (bürgerlich Lukas Cole) keine Figur in Nottinghams Underground: Er war Nottinghams Underground. Das Label Wigflex, die Clubnacht, die fast alle Läden der Stadt überlebt hat, und das aus beidem gewachsene Festival haben Nottingham für Leute auf die Karte gesetzt, die nie einen Fuß dorthin gesetzt haben. Genau deshalb liest sich die vergangene Woche, wie sie sich liest: Die Institutionen, die er aufgebaut hat, sind es, die ihn jetzt fallen lassen.

Auslöser war ein Ende Juni veröffentlichter Substack-Newsletter seiner Ex-Frau und früheren Geschäftspartnerin, die unter dem Namen Avarni schreibt. In ihrer Schilderung beschreibt sie psychischen Missbrauch, kontrollierendes und Zwang ausübendes Verhalten, körperliche Gewalt, Einschüchterung und Drohungen über mehr als zehn Jahre, in einer Zeit, in der sie mit ihm verheiratet war.

Was haben die Festivals und Veranstalter konkret getan?

Die Fakten stehen nicht in Frage. Am 30. Juni teilte das Peep Festival, das Wochenend-Event, das Wigflex mit Dr Banana in Great Fulford bei Exeter mitbegründet hat, auf Instagram mit, dass er mit sofortiger Wirkung zurücktrete: Er wird nicht mehr auftreten, nichts mehr verdienen und in keiner Funktion mehr beteiligt sein. Wigflex zog sich daraufhin von allen geplanten Gigs zurück. Love International, das Festival in Tisno, strich das Set, das er am 9. Juli hätte spielen sollen.

„Lukas tritt mit sofortiger Wirkung von Peep zurück.“

Wie hat Wigflex reagiert, und wie Avarni?

Wigflex veröffentlichte auf Instagram eine Entschuldigung und nannte sich beschämt, angewidert und voller Scham, nachdem er ihre Schilderung gelesen hatte. Er räumte ein, dass sein Verhalten Leid verursacht habe, und übernahm Verantwortung, bat aber zugleich darum, eine gewisse Komplexität und die Möglichkeit persönlicher Entwicklung anzuerkennen. Avarni erwiderte, psychischer Missbrauch brauche in der Branche weit mehr Anerkennung, und verwies darauf, wie schwer es sei, eine erste öffentliche Entschuldigung zu erhalten, ohne dass zuvor der Schaden privat anerkannt worden wäre.