Was genau hat Mala Junta gestartet?
Mala Junta, die 2018 von DJ TOOL, Hyperaktivist und Nayme gegründete Berliner Partyreihe, steigt mit ihrem ersten Label ins Plattengeschäft ein. Das erste Release, MJR001, ist eine Compilation mit 22 Tracks, die Resident Advisor als Abbild "der Beziehungen und des Austauschs, die rund um die Party und ihre Community gewachsen sind" beschreibt. Das Lineup reicht von den Mitgründern DJ TOOL und Hyperaktivist bis zu Namen wie Priori, Kim Ann Foxman, DJ Babatr, Regal86, DJ Fuckoff, Yazzus, Mary Lake, Eoin DJ, Audrey Danza, Bozzi & Cardini und Decoder, laut dem RA-Artikel vom 31. August.
Wo landet das Geld wirklich?
Genau das unterscheidet MJR001 von einer gewöhnlichen Compilation: Niemand kassiert eine Provision. Laut Resident Advisor geht der gesamte Erlös an 3ezwa, einen Berliner Verein, der Menschen finanziell und juristisch unterstützt, die wegen ihrer Solidarität mit Palästina Repression oder Kriminalisierung erfahren. Das heißt, jeder Künstler auf der Tracklist, von einem Berghain-Stammgast wie DJ Babatr bis zur New Yorkerin Kim Ann Foxman, hat praktisch einen Track gespendet, statt ihn zu veröffentlichen.
Der gesamte Erlös der Platte wird an 3ezwa gespendet.
Warum macht man aus dem Label einer Party einen Rechtshilfefonds?
Mala Junta hat sieben Jahre gebraucht, um sich einen Ruf zu erarbeiten, der weit über Berlin hinausreicht, mit Auftritten im Berghain, im Bassiani, im FOLD sowie auf Bühnen beim Dekmantel und beim Primavera Sound. Ein Label zu starten war für eine Party mit dieser Reichweite der naheliegende nächste Schritt. Aber die Entscheidung, alles über einen Rechtshilfefonds laufen zu lassen, statt Tantiemen aufzuteilen oder eine Rücklage aufzubauen, ist die eigentliche Aussage: Für Mala Junta ist es 2026 keine wirkliche Option mehr, eine queere, gemeinschaftlich verwurzelte Party zu betreiben und zur Kriminalisierung von Aktivismus zu schweigen.



