Warum wurde es in Zürichs Synthesizer-Szene still?
Fast das gesamte Jahrzehnt der 2010er war das Zurich Modular Festival der jährliche Fixpunkt für Modular-Fans in der Schweiz: das eine Wochenende, an dem Hersteller, kleine Marken und durchreisende Acts alle im selben Raum standen. Das Festival endete um 2018/2019, ohne dass etwas nachrückte. Zürich behielt seine Club-Szene und seine Produzenten, aber der eigene Hardware-Zirkus, den Berlin mit der Superbooth, London und zunehmend Utrecht weiter ausbauten, kam in der Stadt zum Stillstand. Eine so lange Pause hinterlässt Spuren: Vertriebe streichen den Zürich-Stopp aus dem Kalender, Marken schicken keine Vertreter mehr, und eine Szene, die keine persönlichen Treffen mehr bekommt, schrumpft am Ende.
Was passiert dieses Wochenende tatsächlich im Dynamo?
LoopNBeat, das lokale Kollektiv hinter MODULA 26, füllt diese Lücke mit einer zweitägigen Messe im Dynamo (Wasserwerkstrasse 21), am 17. und 18. Juli. Mehr als 20 Aussteller sind vor Ort, darunter 1010music, ASM, Bitwig, Dnipro Modular, Endorphin.es, Koma Elektronik, Moog, Novation, Oberheim, Polyend, Sequential und Teenage Engineering, im Grunde das Line-up, das schon das alte Festival ausmachte. Neben der Ausstellungshalle gibt es praktische Workshops zu ASM-Synthesizern, dem Morphor Echon 6, Polyend-Geräten und dem Sequential Four sowie Löt- und MIDI-Controller-Sessions, bevor der Raum beide Nächte bis 4 Uhr morgens zum Club wird.
Wer spielt, und warum ist das Line-up wichtig?
Live-Sets kommen von Julia Bondar, Die Trepanation, Passpartout Duo und weiteren, verteilt auf Bühnen, die von Techno über Ambient bis zu experimentelleren Klängen reichen, eine Programmierung, die eher der Logik der ausgestellten Geräte folgt als einem einzelnen Genre. Tickets kosten 25 Franken für einen Tag oder 39 für beide, mit Studierendenrabatt, ein Preis, der ebenso auf Bastler und Heimproduzenten zielt wie auf das Fachpublikum, genau wie beim alten Festival.



