MOTSU hat sich einen Namen gemacht, indem er den Soundtrack von Initial D innerhalb der Gruppe m.o.v.e komponierte, doch MotTune MIDI ist kein Anime-Merchandise, sondern ein Studio-Werkzeug. Gemeinsam mit DeeJei.Tokyo entwickelt, greift es ein Problem auf, das Sänger seit zwanzig Jahren nervt: Jedes ernstzunehmende Pitch-Correction-Plugin zwingt zur Wahl zwischen Klangqualität und der Möglichkeit, sich selbst im Takt singen zu hören.
Warum ist Nulllatenz hier wirklich wichtig?
Hochwertige Korrektur-Plugins analysieren die Tonhöhe vorab, bevor sie korrigieren, was bei einer bereits aufgenommenen Spur perfekt funktioniert und live nutzlos ist. Wer live aufnimmt, ob als Sessionvocal für eine Topline oder als jemand, der über ein Set singt, hört die eigene Stimme verspätet und verschoben zurück, was Tonhöhe und Timing noch stärker durcheinanderbringt. Der Echtzeitmodus von MotTune MIDI entfernt den Lookahead-Buffer komplett: Was man zurückhört, kommt sofort. Ein separater Studio-Modus mit Lookahead existiert für die Bearbeitung bereits aufgenommener Stimmen, sodass in der Postproduktion nichts verloren geht.
Das MIDI-Routing ist der ungewöhnlichste Teil. Statt sich auf eine feste Tonart oder Skala zu beschränken, lassen sich MIDI-Noten von einem Keyboard an das Plugin schicken, und die Stimme rastet in Echtzeit auf das ein, was gespielt wird, der klassische Hard-Tune-Effekt im Talkbox-Stil, aber Note für Note während der Performance steuerbar. Ein Balance-Regler mischt dieses per MIDI festgelegte Signal anschließend mit einem eingebauten Synth-Vocoder, sodass ein einziges Plugin sowohl eine natürliche Korrektur als auch eine komplett robotische Vocoder-Textur abdeckt. Wer kein MIDI nutzen will, bekommt über den Key/Scale-Modus eine konventionelle automatische Korrektur.
Für wen ist dieses Plugin eigentlich gedacht?
Organic-House- und Deep-House-Produktionen setzen zunehmend auf live gesungene Vocal-Hooks statt auf aus Acapella-Packs geschnittene Parts, und solche Aufnahmen stehen und fallen damit, ob sich die singende Person während des laufenden Tracks sauber hören kann. Ein latenzfreies Monitoring beseitigt eine echte technische Hürde, um eine brauchbare Live-Gesangsspur in einer einzigen Session einzufangen, egal ob im Homestudio oder in einem kleinen Live-Elektronik-Setup.
Der Download läuft direkt über die Seite von DeeJei.Tokyo, ohne E-Mail oder Lizenzschlüssel. Das Plugin gibt es als VST3 für Windows und Mac sowie als AU für Mac, bei sehr geringer Dateigröße (etwa 6 MB unter Windows, unter 18 MB unter Mac). Zusätzlich existiert eine MotTune-App für iPhone und iPad, die einen Song in Karaoke verwandelt und die Stimme darüber korrigiert, aber das ist ein separates, kostenpflichtiges Produkt; das hier besprochene Desktop-Plugin ist kostenlos.
«Keine zusätzliche Latenz im Echtzeitmodus, kein Lookahead-Buffer, damit Sängerinnen und Sänger sich ohne Verzögerung selbst hören können.»



