Nitefreak tourt seit Jahren durch Clubs wie Hï Ibiza, Ushuaïa Dubai und MOGA und baut daneben sein eigenes Event-Label HiNDE aus, von Simbabwe bis nach New York, Miami und Mauritius. Diesen Oktober bekommt der autodidaktische DJ und Produzent aus Bulawayo einen anderen Raum: Sein eigenes Label ubernimmt einen Abend zum 30. ADE-Jubilaum.

Was genau lauft beim ADE?

"Amajoyo presents Afroholic" findet am 23. Oktober von 23:30 bis 5 Uhr im Soulkitchen Amsterdam statt, mit Nitefreak und De La Noise an der Spitze eines Lineups, das auch Wilson Kentura, Thami The Unknown, Elson Soares, Randoree und Marinus umfasst. De La Noise, niederlandischer Kunstler und Grunder von Amajoyo, hat den Ort aus gutem Grund gewahlt: Das Soulkitchen hat sich den Ruf erarbeitet, einer der wichtigsten Afro-House-Clubs Amsterdams zu sein, und das eigene Label mit Afroholic Records zum 30. ADE-Jubilaum zusammenzubringen, ist ein Statement, in welche Richtung sich das Genre bewegt.

Warum ist ein Label mit 10 Millionen Streams aus Bulawayo wichtig?

Nitefreak grundete Afroholic Records mit Terrie T, einem in Grossbritannien ansassigen simbabwischen Unternehmer, um nicht mehr um Erlaubnis bitten zu mussen. "Seine ganze Vision beim Start eines eigenen Labels war, die Erzahlung und die Musik, die wir veroffentlichen, selbst zu kontrollieren, ohne dass uns jemand sagen kann, es sei nicht gut genug", sagte Terrie T uber das Projekt. Diese Kontrolle hat inzwischen Zahlen vorzuweisen: Afroholic knackte im August 2026 die 10-Millionen-Streams-Marke, angetrieben unter anderem von "Negra Soy", der Single, die Nitefreak mit Zapapaya und La Negra Hawkins aufnahm und die das Label am 21. August veroffentlichte.

Das Roster hinter dieser Zahl, Murphy Cubic, MJ Sings, Vidojean X Oliver Loenn und Samuel Cosmic, ist bewusst klein gehalten. Afroholic setzt nicht auf Masse, sondern will ein verlasslicher Name fur eine bestimmte, afrikanisch verwurzelte Spielart der House-Musik sein, vom Kontinent selbst aufgebaut und gehalten statt nach aussen lizenziert.

"Seine ganze Vision beim Start eines eigenen Labels war, die Erzahlung und die Musik, die wir veroffentlichen, selbst zu kontrollieren, ohne dass uns jemand sagen kann, es sei nicht gut genug."

Wer teilt sich sonst noch die Buhne?

Amajoyo, das Projekt von De La Noise, ist hier das Bindeglied. Den Abend eines niederlandischen Promoters mit dem Label eines simbabwischen Produzenten zu verknupfen, mitten in der grossten Jubilaumsausgabe des ADE, ist die Art von Booking, die fur Afro-House-Acts ohne ein grosses europaisches Label im Hintergrund bisher selten war. Dass Afroholic einen eigenen Raum bekommt, statt nur einen Gastauftritt auf der Party eines anderen, ist der eigentliche Wendepunkt.