Wer war Olympios?
Er war 26 und stand erst am Anfang. Efstathios Olympios Tsiflidis, der als Olympios auflegte und produzierte, hatte sich einen Sound erarbeitet, auf den der griechische Techno gewartet hatte: hypnotisch, vielschichtig, ganz auf Stimmung gebaut, die Art von Tracks, die um drei Uhr morgens funktionieren und am nächsten Tag im Kopfhörer noch etwas zu sagen haben. Seine erste EP, Adventus, erschien auf Renegade Methodz und zeigte einen Produzenten mit echten Ideen über Raum und Spannung, nicht nur über Druck. Es folgten Everlast und ein Vault-Sessions-Mix, der seinen Namen weit über Athen hinaustrug.
Die Buchungen begannen, der Musik gerecht zu werden. Er spielte im Tresor in Berlin, einem Laden, der seine Kanzel nicht jedem überlässt, dazu im TILLATEC in Amsterdam und im Principal Club in Thessaloniki. Für einen jungen griechischen Künstler ist das der Weg: zu Hause aufbauen, sich die Räume im Ausland verdienen, größer zurückkommen. Er war auf diesem Weg.
Was wissen wir über seinen Tod?
Die Fakten, wie sie die griechischen Behörden dargelegt und Resident Advisor sowie die griechische Presse berichtet haben, sind hart. Am 10. Juni wurden Olympios und seine Mutter Maria, 54, tot in einer Villa in Longos gefunden, einem Küstendorf im Westen des Landes. Ein 65-jähriger Mann, beschrieben als langjähriger Partner von Maria, ist wegen beider Tötungen angeklagt. Er bleibt in Untersuchungshaft und bestreitet jede Verantwortung. Die Ermittler verwiesen auf das Fehlen jeglicher Spuren eines Einbruchs oder einer dritten Person am Tatort, und der Fall bleibt offen, solange die forensische Arbeit andauert.
Den Rest der Einzelheiten überlassen wir der Justiz, wohin er gehört. Worauf es hier ankommt, ist, wen die Szene verloren hat.
Warum trifft es die Techno-Welt so hart?
Techno ist eine kleine Welt, die so tut, als wäre sie groß. Namen sprechen sich schnell herum, der Kreis ist klein, und ein 26-Jähriger, der gerade erst in den Räumen gespielt hatte, von denen alle träumen, ist genau das Profil, dem die nächsten zehn Jahre hätten gehören sollen. Ihn zu verlieren, und unter diesen Umständen, ist die Art von Nachricht, die einen Label-Gruppenchat schlagartig verstummen lässt.
Eine schöne, romantische, melancholische Seele, so beschrieb ihn Endlec, der Renegade Methodz leitet, mit der Bitte, sein Andenken durch die Musik wachzuhalten.
Das ist die einzig passende Antwort. Leg Adventus auf. Dreh es laut.



