Was hat Purple Disco Machine angekündigt?
Purple Disco Machine hat seinen Kalender bis Mitte Juli geleert. In einem Statement schrieb er, er habe in den letzten Wochen mit starkem Tinnitus und einem plötzlichen Hörverlust zu kämpfen gehabt, und seine Ärzte hätten ihm gesagt, er solle aufhören und seine Ohren erholen lassen, bevor ein bleibender Schaden entsteht. Er lebe seit rund 25 Jahren mit Tinnitus, sagte er, aber so heftig habe es ihn noch nie getroffen. Er dankte Veranstaltern, seinem Team und Partnern und sagte, die Reaktion der Branche sei voller Verständnis gewesen.
Warum ist Hörschaden die stille Epidemie der Szene?
Das ist das Berufsrisiko, das in der elektronischen Musik niemand gern benennt. Pulte, Monitore und grosse Anlagen laufen stundenlang laut, die Sommerkalender reihen Festivalwochenenden aneinander, und die Szenekultur tut so, als seien Ohrstöpsel etwas für die anderen. Tinnitus, dieses anhaltende Pfeifen oder Rauschen, wird genau deshalb unter DJs und Clubgängern massenhaft berichtet. Gehörschutz-Initiativen sagen Musikern seit Jahren, sie sollten massgefertigte Stöpsel tragen und In-Ear-Monitore nutzen, und meistens prallt die Botschaft ab, bis jemand Bekanntes es laut ausspricht.
Was kostet das Kürzertreten wirklich?
Eine Menge. Ausverkaufte Sommertermine abzusagen ist ein echter finanzieller Verlust und kann sich in einer Szene, die den unermüdlichen Grind feiert, wie ein Eingeständnis von Schwäche anfühlen. Genau deshalb trifft es härter als jede Kampagne, dass Purple Disco Machine es öffentlich tut, im Hochbetrieb der Saison. Das Gesündeste, was ein prominenter DJ gerade vorleben kann, ist die Bereitschaft, abzuschalten und das eine Werkzeug zu schützen, von dem der Job abhängt.
Ich lebe seit 25 Jahren mit Tinnitus, aber so heftig war es noch nie.



