Warum zählt das Eröffnungslineup mehr als das Jubiläum selbst?

Resident Advisor hätte die 25 Jahre auf dem einfachen Weg feiern können: einen Namen aus der Gründerzeit buchen, das Ganze als Reunion verkaufen, fertig. Stattdessen dreht sich die erste RA25-Show, am 25. September im Londoner Outernet Live, um das Live-Set von Blawan, die DJ-Sets von Mala und AliA sowie eine audiovisuelle Live-Show von Bitter Babe mit dem visuellen Künstler Koch.a, der ein eigens für diesen Anlass produziertes Stück uraufführt. Dieses Lineup, enthüllt am 4. August, drei Wochen nach der Ankündigung der Tournee selbst, liest sich wie eine Ansage: Die 25-Jahre-Feier von RA wird als aktuelles Underground-Programm inszeniert, nicht als nostalgische Leistungsschau. Der Londoner Termin läuft in Partnerschaft mit dem AVA Festival, das genau dafür bekannt ist, Club-Lineups mit eigens beauftragten Visuals zu verbinden, ein Ton, der zu dem passt, was RA für den ersten Abend anstrebt.

Wie sieht der Rest der Tournee durch die zehn Städte aus?

Nach London geht es weiter nach Tokio (3. Oktober), Taipeh (8. Oktober) und New York (9. Oktober), danach nach Mexiko-Stadt (17. Oktober). Amsterdam bekommt am 22. Oktober einen kostenlosen Termin, zeitlich an die ADE gekoppelt. Es folgen Dublin (7. November) und Paris (12. November). Der Berlin-Termin am 21. November ist der ambitionierteste Abend der gesamten Tournee: eine Übernahme, die sich über Tresor, Globus und OHM erstreckt, drei der geschichtsträchtigsten Techno-Adressen der Stadt, vereint unter einem gemeinsamen Programm. Die Tournee endet am 5. Dezember in Sydney im Club 77.

Was macht RA noch, um die 25 Jahre zu feiern?

Neben den Shows veröffentlicht RA „Front Left: 25 Years of Electronic Music From the Future“, ein limitiertes Buch bei Velocity Press, dazu Merchandise und ein redaktionelles Archivprojekt, das die eigene Berichterstattung noch einmal aufrollt. Buch und Tournee sind als eine einzige Kampagne angelegt, nicht als zwei getrennte Jubiläumsgesten, und das Londoner Lineup ist das erste echte Signal dafür, welchen Ton RA dieser Kampagne geben will: underground, stark auf Live-Acts gesetzt und konkret statt nostalgisch.

Der Londoner Abend kombiniert das DJ-Set eines Dubstep-Veteranen mit der Premiere eines audiovisuellen Stücks, das ein dem Großteil des Dance-Publikums unbekannter Künstler in Auftrag bekommen hat. Das ist kein Versehen, sondern eine bewusste Entscheidung.