Was ist in der UNVRS tatsächlich passiert?
Am Sonntag, dem 16. August, betrat Robbie Williams gegen Ende des Sets von Miss Monique in der UNVRS die Bühne, dem Club, der im DJ Mag Top 100 2026 zur Nummer eins der Welt gewählt wurde. Der Slot war Teil von Carl Coxs laufender Sonntags-Residency, die vom 21. Juni bis zum 4. Oktober läuft. Williams und Miss Monique performten gemeinsam „Beauty In Us“, ihre Kollaborations-Single, wobei Williams zum ersten Mal live und persönlich sang. Bis zu diesem Abend hatte der Track nur als DJ-Set-Premiere existiert: Miss Monique hatte ihn am 24./25. Juli in ihr Mainstage-Set beim Tomorrowland eingebaut, mit Williams' Stimme vom Tonträger, nicht aus seinem eigenen Mund.
Ist das Robbie Williams' erste Berührung mit elektronischer Musik?
Nein. Williams umkreist die Clubkultur seit Jahren, ohne sich je ganz darauf einzulassen: Er hat mit Don Diablo zusammengearbeitet und Material im Rahmen des Lufthaus-Projekts bei Armada Music veröffentlicht. „Beauty In Us“ ist die bislang echteste Club-Kollaboration, an der er beteiligt war, und das Duo präsentiert sie als persönlich, nicht als opportunistisch. Miss Monique und Williams beschreiben den Song als inspiriert, in ihren eigenen Worten, von „unseren unterschiedlichen, aber gleichermaßen prägenden Erfahrungen mit elektronischer Musik und Clubkultur in Stoke-on-Trent und Kiew“, von den 1990ern bis in die 2010er Jahre.
„Unsere unterschiedlichen, aber gleichermaßen prägenden Erfahrungen mit elektronischer Musik und Clubkultur in Stoke-on-Trent und Kiew, von den 90ern bis in die 2010er.“
Gefährdet ein Pop-Cameo die Techno-Glaubwürdigkeit des Clubs?
Das ist die eigentliche Frage, über die die Szene streiten wird. Die UNVRS hat sich ihren Ruf, und ihre DJ-Mag-Krone, mit Bookings wie Coxs Residency erarbeitet, in der Tradition eines Techno- und Tech-House-Purismus, der bis zu Space und Amnesia zurückreicht. Dass ein ehemaliges Take-That-Mitglied mitten im Set, wenn auch nur kurz, zum Mikrofon greift, sendet ein anderes Signal: Es sagt, dass die größte Bühne des Clubs auch bereit ist, für einen Moment massentauglicher Aufmerksamkeit ein Pop-Publikum zu umwerben. Miss Moniques eigenes Repertoire bleibt fest in melodischem, progressivem House verankert, weshalb die Kombination musikalisch weniger schrill wirkt, als es auf dem Papier klingt. Aber in einer Szene, die von Glaubwürdigkeit lebt, zählt die Außenwirkung, und ein bereits weltweit als Nummer eins gelistetes Hyperclub braucht keine Schlagzeilenhilfe.



