Was ist mit dem SYSTEM-8 wirklich passiert?
Zehn Jahre nachdem Roland es als Flaggschiff seiner Aira-Reihe eingeführt hat, ist der Plug-Out-Synthesizer SYSTEM-8 leise bei den wichtigsten Händlern verschwunden. Thomann, Musicstore.de, Andertons, Sweetwater und Perfect Circuit führen dafür überhaupt keine Produktseite mehr. Die wenigen kleineren Läden mit noch bestehender Produktseite markieren es als ausverkauft, und in Gear-Foren wird derselbe Engpass bei mehreren Händlern seit fast einem Jahr gemeldet.
Was Roland nicht getan hat: irgendetwas dazu sagen. Keine Ankündigung der Produktionseinstellung, kein Abschiedspost, keine Rückzugsmeldung. Das SYSTEM-8 steht weiterhin auf Rolands eigener Seite als aktuelles Produkt, business as usual, während keine neuen Einheiten mehr in die Läden kommen.
Woher kommt das Gerede über ein "SYSTEM-16" wirklich?
Von nirgendwo Offiziellem. Es gibt keinen Leak, kein Datenblatt, keine Anmeldung hinter dem Namen "SYSTEM-16", der in Synth-Foren und Gear-Blogs kursiert. Es ist Fan-Spekulation, aufgebaut auf zwei Zufällen: Das SYSTEM-8 wird am 10. September 2026 zehn Jahre alt, ein passendes Datum für eine Neuauflage, und Rolands ACB-Modeling-Engine hat noch Wachstumsspielraum. Das ursprüngliche SYSTEM-8 fuhr sein Analog Circuit Behavior auf drei BMC-Chips, mit übrigem Platz auf der Platine. Die Polyphonie von acht auf sechzehn Stimmen verdoppeln, so die Theorie, und da wäre der Nachfolger.
Roland hat davon nichts bestätigt. Genau dieses Schweigen ist die eigentliche Geschichte.
Roland hat nichts über eine neue SYSTEM-Einheit im September, nächstes Jahr oder überhaupt gesagt. Wer etwas anderes behauptet, rät nur.
Was bedeutet das für ACB und Plug-Out-Synthesizer?
Die ACB-Technologie selbst verschwindet nicht. Ihre neueste Generation treibt bereits den Fantom EX an, mit vier BMC-Chips statt der drei des SYSTEM-8, ein Beleg dafür, dass die Modeling-Engine sich weiterentwickelt, auch wenn das Gerät, das sie bei House- und Techno-Produzenten bekannt gemacht hat, verstummt. Unklar bleibt speziell das Plug-Out-Konzept: JUPITER-8- und JUNO-106-Emulationen in physische Erweiterungssteckplätze zu laden, die Funktion, die das SYSTEM-8 zu einem festen Bestandteil von Live-Rigs rund um klassische Roland-Sounds gemacht hat.
Für Produzenten, die ihr Setup um diese Steckplätze herum aufgebaut haben, hat Rolands Schweigen echte Folgen: keine Klarheit über langfristige Reparaturen, keine Klarheit über den Wiederverkaufswert, und keine Klarheit darüber, ob das Plug-Out-Konzept in dem überlebt, was als Nächstes kommt.



