Was passiert wirklich, wenn drei Schwergewichte der Deep House in dein Studio spazieren?
Session Victim hat fast sechs Monate lang Leute im eigenen Studio empfangen, statt Dropbox-Links zu tauschen. Kenneth Scott war für zwei Tracks dabei, „Dream Theory" und „Hey Activate! (Modem Mix)". Rossano Snel kam mit Bass und Rhodes für „Open Minds" vorbei. Quarion schaute vorbei und hinterließ „Loom". Nur „Flotsam" blieb ein Solotrack des deutschen Duos, und selbst der trägt dieselbe live gespielte Textur aus Breakbeats und echtem Bass, die sich durch die ganze Platte zieht.
Das ist kein Remixpaket. Niemand hat Stems über Zeitzonen hinweg hin und her geschickt und das Kollaboration genannt. Das sind Leute, die im selben Raum stehen, am selben Equipment hängen und in Echtzeit aufeinander reagieren, und das deutsche Duo, das aus diesem Material fünf Tracks für Bradley Zeros Londoner Label Rhythm Section International formt.
„Wir sind immer bereit zu jammen, nicht Dateien hin und her schicken, sondern uns wirklich verbinden, mit einem Haufen Instrumente in einem Raum, live."
Warum zählt es, dass niemand einen Stem verschickt hat?
Weil das genau das Gegenteil davon ist, wie die meisten „kollaborativen" House-Platten 2026 entstehen. Der Standardweg ist der Dateiaustausch: ein Produzent schickt eine Loop, ein anderer legt Drums drauf, ein Dritter mischt ab, und im Credit steht „feat.", obwohl die drei nie dieselbe Postleitzahl geteilt haben. Session Victim hat sich für den schwierigeren Weg entschieden: Studiozeit blockiert, echte Musiker in den Raum geholt und die Aufnahme so gelassen, wie sie war. Man hört es im lockeren Groove der Breakbeats und daran, wie das Rhodes in den Mix hineinbluten darf, statt brav in seiner eigenen Spur zu bleiben.
Wo steht The Disconnect in der Diskografie von Session Victim?
Rhythm Section International positioniert die Platte als direkten Nachfolger der Session-Victim-EP „Basic Instinct", einem der meistverkauften Titel des Labels, und als Fortsetzung des kurz zuvor erschienenen Dreifachalbums „Sidequests". „The Disconnect" erschien am 3. Juli 2026 unter der Katalognummer RS079LP, fünf Tracks tief: „Flotsam", „Dream Theory", „Hey Activate! (Modem Mix)", „Open Minds" und „Loom".



