Zwölf Monate sind nicht viel Zeit, um von der Gründung eines Alias zu einer Residency in einem der größten Clubs Ibizas zu kommen. Genau das hat SOLTO geschafft, das Afro-House-Projekt des französischen Produzenten Antoine Duthey: 2025 gestartet, spielt das Projekt jetzt die gesamte Saison 2026 im Ushuaïa Ibiza, mit einer Europatournee, die um diese Residency herum gebaut ist.
Wie ist SOLTO so schnell dorthin gekommen?
Ein einziger Track hat die Arbeit gemacht. "Jamaican (Bam Bam)", die Zusammenarbeit mit HUGEL, erschien am 7. November 2025 auf MoBlack Records und Make the Girls Dance. Der Track interpretiert Sister Nancys Dancehall-Klassiker "Bam Bam" von 1982 als hypnotischen, basslastigen Afro-House-Track neu, und die Zahlen rechtfertigen die Residency: Platz eins der Beatport-Afro-House-Charts, Platz zwei in der Gesamtwertung, seit Release über 100 Millionen Streams. Der Wikipedia-Eintrag zum Track nennt zusätzlich regionale Nummer-eins-Platzierungen in Kolumbien, der Dominikanischen Republik, Griechenland, der Türkei und weiten Teilen Lateinamerikas sowie Platin-Status in Frankreich.
Dass ein einziger Track einen kompletten Tourkalender trägt, ist in der elektronischen Musik nichts Neues, aber das Tempo hier fällt auf, besonders für Afro House: ein Subgenre, das seinen Aufschwung bislang eher über langsameren Szene- und Labelsupport aufgebaut hat als über einen einzelnen viralen Hit.
Was steht wirklich im Kalender?
Laut We Rave You führt SOLTOs Sommertour 2026 nach Paris, Budapest, Montreux, Saint-Tropez, Mallorca, mit mehreren Terminen in Italien und Portugal, nach Zypern, Tunesien und Baku, dazu die Residency im Ushuaïa. Eine zweite Single, "En La Mar", kam am 12. Juni 2026, was dem Projekt einen zweiten Bezugspunkt gibt, statt sich auf einen einzigen Hit zu verlassen. Nordamerika-Termine gelten laut Bericht als in Vorbereitung, noch nicht bestätigt: Der Unterschied ist entscheidend, er trennt eine Europatour von einem wirklich globalen Projekt.
Warum zählt eine Ushuaïa-Residency für Afro House?
Die Poolside-Bühne des Ushuaïa war historisch EDM- und Big-Room-Terrain, das Revier von Guetta und Garrix. Dort eine eigenständige Afro-House-Residency zu sehen, getragen von einem Track, der eher in Lateinamerika und der karibischen Diaspora durchgestartet ist als im europäischen Festivalzirkus, markiert, wo die kommerzielle Obergrenze des Genres inzwischen liegt. Eine einzelne Buchung macht noch keinen Trend, aber genau solche Bookings beobachten Labels und Agenturen, wenn sie entscheiden, wo sie ihre nächste Afro-House-Signing platzieren.
"Das Ziel war immer, Musik und Momente zu schaffen, die Menschen zusammenbringen. Jede Stadt, jedes Publikum, jeder Auftritt hat seine eigene Energie", sagte SOLTO laut We Rave You.



