Grooveboxen versuchen meist, alles zu können. Die Deconstruct Minimal von Sonicware macht das Gegenteil: sie wählt eine einzige Spur, hypnotischen Minimal und das tiefere Ende von House, und baut das ganze Instrument darum herum. Auf der Superbooth in Berlin vorgestellt und ab Mitte Juni lieferbar, ist sie eine portable Kiste, die Zurückhaltung als Funktion behandelt, nicht als Kompromiss.
Was ist die Deconstruct Minimal, und für wen ist sie?
Sie ist eine 10-Spur-Drummachine, gekoppelt mit einem einzigen Bass-Synth in Analog-Modeling, dem ersten einer neuen Linie namens 'Deconstruct'. Kick, Snare und Hats sind synthetisierte Stimmen; die übrigen Spuren spielen Samples, und obendrauf liegt eine eigene Loop-Spur. Die Bass-Stimme steht in der Ahnenreihe der berühmten Acid-Bassline-Maschinen, mit einem Filter im Ladder-Stil und einer Decay-Hüllkurve für zwitschernde Linien und treibende Leads. Sonicware ist klar in der Ansage zum Umfang: kein Granular, kein Additiv, nur das, was sie die Brot-und-Butter-Sounds nennt, die an der Wurzel der Tanzmusik liegen.
Das Sampling ist die Überraschung. Für eine so kleine Kiste gibt es 32 Slots zu zwei Sekunden, 16 zu vier Sekunden und 12 Stereo-Loops zu acht Sekunden, mit Timestretch, und ein neuer USB-C-Port sorgt dafür, dass sich das ganze Gerät als Laufwerk einbindet: du kannst Samples direkt vom Laptop oder sogar vom Handy ziehen. Du kannst auch live über den Line-Eingang sampeln.
Was lässt sie wirklich nach Minimal klingen?
Der Drift. Sonicware sagt, der Groove werde von subtiler rhythmischer und tonaler Bewegung geformt, modelliert nach legendären Drummachines, jenen kleinen Unsauberkeiten, die einen Loop atmen lassen, statt ihn ticken zu lassen. Leg darüber Swing, Sub-Steps und Parameter-Locks pro Step, und du bekommst das rollende, nie ganz wiederkehrende Feel, von dem das Genre lebt.
Zurückhaltung ist die ganze Ansage: eine Kiste, die eine Handvoll Dinge macht, die Dinge, aus denen Minimal besteht, und sie ganz handgemacht macht.
Das Spielen ist fest verdrahtet. Eine Master-Effekt-Bank deckt einen Sweep-Filter, einen Phaser, eine Distortion, einen Snip-Loop und einen Ducking-Kompressor für Sidechain-Pump ab, mit Send-Reverb und Delay pro Spur. Sie läuft mit sechs AA-Batterien oder am Netzteil, hat einen eingebauten Lautsprecher und bietet MIDI DIN in und out: sie fügt sich in ein Hardware-Setup ein oder funktioniert vollkommen allein, im Zug.
Warten oder zuschlagen?
Der Preis sagt dir, wie schnell es geht. Die ersten 1.000 Stück kosten 299 Dollar, dann pendelt es sich bei 399 ein, und Sonicware sagt, die ersten zwei Läufe zu je 250 seien schon vor dem breiten Launch ausverkauft gewesen. Das Lieferfenster ist Mitte Juni. Für Producer, die einen fokussierten, laptopfreien Skizzenblock für Minimal und tiefe Grooves wollen statt noch eines Alleskönner-Klotzes, geht die Rechnung auf, und die Warteschlange ist echt.



