Was genau können Künstler jetzt hochladen?
Über das Dashboard von Spotify for Artists laden Musiker in der Beta ihre fertigen Videos direkt hoch: offizielle Clips, Live-Sessions, Akustikversionen, Studioaufnahmen, Coverversionen. Die Videos müssen an ein Release gebunden sein, Musik enthalten und im Querformat 16:9 gedreht sein. Spotify lässt vorerst Visualizer, Lyric-Videos, komplette Konzertmitschnitte und alles ohne Musik außen vor. Entscheidend: Die Videos sind vergütungspflichtig und können für die Charts zählen, sie sind also nicht bloß Promo, sondern ein bezahltes Format.
Warum ist das für Independents wichtig?
Bislang führte der Weg eines Videos auf Spotify fast immer über ein Label oder einen Vertrieb. Der direkte Upload schaltet diesen Türsteher aus, und genau das zählt für Independent- und Underground-Künstler. Ein Producer ohne Label kann jetzt eine Live-Aufnahme oder ein Clubvideo auf dieselbe Plattform stellen, auf der seine Streams ohnehin schon leben, und damit verdienen. Spotify lockt mit Zahlen, um die Nutzung anzuschieben: Die Streams eines Songs sollen in den drei Wochen nach dem Ansehen des Videos um 64 % steigen, und Zuschauer den Track mit 1,4-facher Wahrscheinlichkeit speichern, teilen oder in eine Playlist legen.
Ist das eine echte Gefahr für YouTube?
Zwei Jahrzehnte lang war YouTube die Heimat des Musikvideos und die Quelle eines Großteils der Videoeinnahmen von Künstlern. Dass Spotify das lange Video ins eigene Haus holt, vergütet und chartfähig, ist die direkteste Kampfansage bisher. YouTube wird damit nicht über Nacht entthront, und die Beta ist klein. Doch das Video auf die Plattform zu ziehen, die die Hörgewohnheit bereits besitzt, und dafür zu zahlen, ist ein ernsthafter Vorstoß um einen Anteil an Aufmerksamkeit und Werbegeld, das lange auf Googles Seite lag.



