Was hat Superstruct wirklich abgeschaltet?

Superstruct Entertainment, der paneuropäische Festivalkonzern, an dem die Private-Equity-Firma KKR seit einem 1,3-Milliarden-Euro-Deal im Juni 2024 die Mehrheit hält, hat Apenkooi Events aufgelöst, den Amsterdamer Veranstalter hinter DGTL. Der niederländische Superstruct-Arm ID&T war schon 2022 bei Apenkooi eingestiegen und hatte sich an der Firma beteiligt, die DGTL, STRAF_WERK, Pleinvrees, Amsterdam Open Air und The Gardens of Babylon unter einem Dach vereinte. Drei Jahre später ist aus dieser Beteiligung, laut IQ Magazine und New Industry Focus, eine komplette Abwicklung geworden: STRAF_WERK, Pleinvrees und Amsterdam Open Air werden allesamt eingestellt. Apenkooi hatte 2004 klein angefangen, mit einer einzigen Nacht im Club Monza in Utrecht, lange bevor irgendetwas davon in ein Private-Equity-Portfolio gehörte.

Warum überlebt DGTL und die anderen drei nicht?

DGTL ist nicht abgesagt, aber auch nicht mehr eigenständig. Booking, Produktion und Marketing wandern unter das Dach von Awakenings, die Techno-Marke, die der ID&T-Arm von Superstruct schon betreibt. Ein Sprecher von Superstruct Niederlande nannte es einen «Portfolio-Optimierungsprozess» für «Effizienz und Abstimmung in Produktion, Management, Booking und Marketing». Aus dem Vorstandsdeutsch übersetzt: Festivals ohne die Ticket-Power oder den internationalen Namen von DGTL werden abgeschaltet, und das eine mit dieser Power wandert in die Schwestermarke, deren Maschinerie schon läuft. The Gardens of Babylon darf ebenfalls weiterleben, an anderer Stelle im Konzern. STRAF_WERK, Pleinvrees und Amsterdam Open Air waren es schlicht nicht wert, das Licht anzulassen.

«Es wurde die Entscheidung getroffen, Apenkooi Events im Rahmen eines Portfolio-Optimierungsprozesses einzustellen.»

Warum trifft das über Amsterdam hinaus?

Weil es der bisher klarste Beweis dafür ist, was passiert, wenn eine eigenständige Festival-Identität in der Bilanz eines Private-Equity-Fonds landet: Entweder sie wird groß genug, um eine eigene Zeile zu rechtfertigen, oder sie wird in die Marke gemergt, die schon Skalierung hat. DGTL hat sich über zwei Jahrzehnte den Ruf als eines der angesehensten Techno- und House-Wochenenden der Niederlande aufgebaut, in eigenem Tempo, unter eigenem Namen. Jetzt antworten Kalender, Booking und Marketing an dasselbe Team, das Awakenings führt. Niemand außerhalb des Konzerns muss diese Rechnung mögen, aber unabhängige Promoter, die die anderen Superstruct-Marken beobachten, Sonar, Sziget und den Rest, wissen genau, wohin das führt: weniger Namen, weniger Identitäten, derselbe Konzern.