Was passiert am 19. September genau?
Die Techno Parade rollt am Samstag, den 19. September 2026, wieder durch die Straßen, zur 26. Ausgabe, nach zwei ausgefallenen Jahren: 2024 fiel den Olympischen Spielen zum Opfer, 2025 wurde ganz abgesagt, weil Technopol das Geld dafür fehlte. Am 12. August 2026 stellte der Verein die zehn Wagen vor, die diesmal die Soundsysteme durch die Stadt tragen: EZPZ, Fun Radio, Organik, Phantom, Radio Mamè, Oddity Factory, den eigenen Technopol-Wagen, TechnoRide Paris gemeinsam mit Claquettes Chaussettes, Tomorrow Dreams und, neu in diesem Jahr, Visit Detroit. Wie seit 1998 bleibt der Eintritt kostenlos.
Warum ist Detroit der Ehrengast?
Der Visit-Detroit-Wagen ist in diesem Jahr erstmals offizieller Partner der Parade, gebaut um die Stadt, in der Juan Atkins, Derrick May und Kevin Saunderson in den 1980ern Techno erfanden. Dass Detroit für das Comeback zum Ehrengast erklärt wird, ist kein Zufall. Nach zwei Jahren Pause, die zum Teil auf Technopols eigene Geldsorgen zurückgingen, zeigt der Verein bei seiner Rückkehr lieber direkt auf die Quelle des Genres, statt sich auf die großen Namen des europäischen Festivalzirkus zu verlassen, die solche Line-ups sonst anführen.
Wieso steht Paris bei Detroit in der Schuld?
Die Techno Parade gibt es seit 1998, entstanden aus dem Kampf der französischen Techno-Szene, als eigenständige Kultur anerkannt zu werden statt als Ordnungsproblem behandelt zu werden, in den Jahren nach dem Anti-Rave-Gesetz. Genau diese Geschichte gibt der Hommage an Detroit ihren Sinn: Eine Szene, die ihr erstes französisches Jahrzehnt damit verbracht hat, ihr Recht zu verteidigen, überhaupt auf der Straße zu existieren, richtet heute die Party für die Stadt aus, in der alles begann. Detroits Techno-Institutionen sagen seit Jahren, sie würden weit häufiger zitiert als gebucht oder finanziert, während sich der europäische Festivalzirkus, eine Ökonomie, an der Detroits Pioniere nie wirklich beteiligt waren, genau auf diesem Sound aufgebaut hat. Ein Wagen mit dem eigenen Namen macht sich gut. Eine Überweisung ist das nicht.



