Teenage Engineering verkauft nicht mehr eine einzelne Box. Das schwedische Unternehmen verkauft ein komplettes Setup.
Am 22. Oktober 2026 stellte Teenage Engineering den EP-35 K.O. AMP und das EP-127 K.O. Pedal vor, umgeben von einer bewusst großen Zubehörflut: Mikrofone, Radio, Kabel, Taschen, eine Docking-Station. Für sich allein ist ein tragbarer Verstärker für 399 Euro eine Nischenanschaffung. Als Teil eines Systems gedacht, das sich mit den Samplern EP-133 K.O. II und EP-136 K.O. verbindet, die das Unternehmen seit letztem Jahr verkauft, wirkt es wie der Versuch, eine ganze Kategorie tragbarer Produktion zu besetzen, nicht nur ein Gadget zu verkaufen.
Was steckt wirklich im EP-35 K.O. AMP?
Sechs Eingangskanäle werden in einem Summenbus gemischt: ein Klinken-Gitarreneingang mit wählbarem niedrigem oder hohem Gain, ein XLR-Mikrofoneingang mit 48V-Phantomspeisung, ein stereo 3,5mm-Line-In und -Out, und zwei USB-C-Anschlüsse, die auch als USB-Audiointerface dienen. Bluetooth übernimmt die kabellose Wiedergabe, inklusive LE Audio und Broadcast-Modus. Oben sitzt ein Drehregler mit acht Effekt- und Amp-Presets, der Klang kommt aus einem 30-Watt-Tieftöner und einem 25-Watt-Hochtöner über einen Bereich von 50Hz bis 20kHz.
Das Format ist genauso Verkaufsargument wie Datenblatt: ein per USB-C ladbarer Lithium-Akku, ein spritzwassergeschütztes Gehäuse für das Spiel im Regen, ein integrierter Griff, und ein Staufach, das eine Camping-Leuchte versteckt. Gebaut, um das Studio zu verlassen.
Warum ist das EP-127 Pedal für Live-Looping wichtig?
Das EP-127 K.O. Pedal ist das interessanteste Zubehörteil im Angebot. Es ist ein kabelloser Fußcontroller, per Bluetooth mit dem Verstärker gekoppelt, mit zwei großen druckempfindlichen Tasten, die nach vorne und hinten kippen für feinere Ausdrucksmöglichkeiten als ein einfacher Ein-/Aus-Klick. Am EP-35 angeschlossen steuert es Looper und Metronom freihändig, nützlich für jeden, der schon mal versucht hat, einen Gitarrenpart zu loopen und gleichzeitig zu spielen. An einem Computer angeschlossen wechselt es komplett die Rolle und wird zum MIDI- oder HID-Controller. Es läuft mit zwei AAA-Batterien oder per USB-C und überlebt damit genauso fernab einer Steckdose wie der Verstärker.
Was kam noch, und warum zählt der Zubehörstapel?
Neben den beiden Hauptgeräten brachte Teenage Engineering ein Handy Mic, einen AMPTENNA-UKW-Empfänger und einen USB-Stick heraus, jeweils für 29 Euro, dazu ein 3 Meter langes Gitarren-Textilkabel zum gleichen Preis. Eine Pocket Bag und ein Amp 35 Strap runden die Transportoptionen ab, und ein K.O. Dock Kit für 15 Euro erlaubt es, den Verstärker physisch an andere Geräte der EP-Serie anzudocken.
Keines dieser Teile ist für sich allein unverzichtbar. Zusammen ist genau das der Punkt: Teenage Engineering baut eine modulare, günstige Zubehörökonomie um die K.O.-Linie auf, ähnlich wie ein Konsolenhersteller, um eine wachsende Nutzerbasis zu binden, die häppchenweise mit 29-Euro-Zubehör investiert statt in einen einzigen großen Kauf.
Der EP-35 und das EP-127 müssen nicht der beste Verstärker oder das beste Pedal auf dem Markt sein. Sie müssen nur die sein, die schon mit dem Sampler sprechen, den man bereits besitzt.
Warum das wichtig ist
Für Bedroom-Producer und Straßenmusiker ist es das erste Mal, dass Teenage Engineering eine vollständige Signalkette (Sampler, Verstärker, Pedal, Mikrofon) liefert, die von Anfang an zusammen funktionieren soll, zu Preisen deutlich unter einem klassischen Pedalboard-und-Combo-Setup.



