Was hat The Observatory genau gesagt?

Das Team von The Observatory bestätigte, dass der Club Ende Oktober 2026 schließt und damit fast 13 Jahre seit der Eröffnung 2013 beendet. Es gebe keinen einzelnen Auslöser, heißt es in einem Statement, das von Resident Advisor und Mixmag Asia verbreitet wurde: »eine Kombination von Faktoren unterschiedlicher Art«. Steigende Mieten machten es zunehmend schwer, den Laden finanziell zu tragen. Hinzu kamen »interne Faktoren im Zusammenhang mit breiteren gesellschaftlichen Veränderungen«, die »das Nachtleben direkt beeinflusst« hätten, so das Team über Vietnam. Zudem ließen strengere Auflagen für internationale Bookings dem Club, in seinen eigenen Worten, »eine starke Einschränkung der Gäste, die wir einladen konnten«, was »unser ursprüngliches Projekt zunichtegemacht« habe.

Warum haben drei Umzüge diesmal nicht gereicht?

The Observatory hatte schon Schlimmeres überstanden. 2013 gegründet von Dan Bi Mong, an den Reglern bekannt als Hibiya Line, zusammen mit Nic Ford und Dan Lo, wechselte der Club in 13 Jahren dreimal die Adresse in Ho-Chi-Minh-Stadt und umging dabei Abrisse und Bauarbeiten, um offen zu bleiben. Sein letzter Standort, der 10. Stock des Twins Tower in der 85 Cach Mang Thang 8, Distrikt 1, beherbergte ihn die vergangenen acht Jahre, länger als die beiden vorherigen Adressen. Diese Kontinuität schuf ein echtes lokales Ökosystem: 18 Resident-DJs und ein internationales Booking, das Soichi Terada, Peter Van Hoesen, Tom Trago, Answer Code Request, Sunju Hargun und Alex From Tokyo nach Saigon brachte, dazu Partnerschaften mit Labels wie Giegling, More Rice Records, Atipik und Nurture. Diesmal trafen Miete, regulatorischer Druck und Booking-Beschränkungen gleichzeitig ein, schwerer zu umgehen als ein Abrissbescheid.

»Eine starke Einschränkung der Gäste, die wir einladen konnten... hat unser ursprüngliches Projekt zunichtegemacht.«

Was bedeutet das für die Underground-Szene Südostasiens?

Der Abschied von The Observatory reiht sich ein in jahrelange Berichte über steigende Kosten und schrumpfenden Booking-Spielraum bei unabhängigen Clubs in Asien, von Tokio über Seoul bis Bangkok. Die Veränderungen in der vietnamesischen Nachtlebenpolitik, vom Team direkt als Faktor genannt, gehören zu genau diesem Muster, nicht außerhalb davon. Was einen 13 Jahre alten Ankerclub ersetzt, in einem Markt, in dem ein Umzug schon dreimal versucht wurde, ist die offene Frage, die diese Schließung hinterlässt.